Marokko, neue Proteste

zeit.de

Straßenproteste Demonstranten in Marokko reichen Zugeständnisse nicht

König Mohammed VI. ist bereit, einen Teil der Macht an Parlament und Regierung abzugeben. Dem Volk ist das nicht genug. Tausende demonstrieren für größere Reformen.
In Marokko sind Tausende Menschen aus Protest gegen die als unzureichend bewerteten Reformpläne von König Mohammed auf die Straße gegangen. Allein in Casablanca protestierten schätzungsweise 7.000 Reformkritiker. Zwei Menschen wurden nach Angaben eines Teilnehmers verletzt, als rivalisierende Demonstranten-Gruppen aneinander geraten waren.

In dem nordafrikanischen Land war es jüngst nach dem Vorbild Tunesiens und Ägyptens ebenfalls zu Straßenprotesten gekommen. Der 47-jährige König hatte daraufhin Reformen vorgeschlagen, über die am 1. Juli in einem Referendum abgestimmt werden soll.

Vor zehn Tagen hatte der König einen neuen Verfassungsentwurf vorgestellt, der die Abgabe mehrerer Befugnisse des Königs an den Ministerpräsidenten vorsieht. Auch das Parlament soll mehr Befugnisse erhalten. Die Justiz soll unabhängig von der Exekutive und der Legislative sein. Zudem soll in der neuen Verfassung die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und der Schutz der Menschenrechte festgeschrieben werden. Die Schlüsselrolle im Machtgefüge wird aber auch in Zukunft der Monarch haben.