Archiv für Juli 2011

Kämpfe im Jemen

derStandart am 31. Juli 2011:

Mindestens 42 Tote – Dutzende Verletzte

Aden – Bei Kämpfen zwischen der jemenitischen Armee, mutmaßlichen Mitgliedern des Terrornetzwerks Al Kaida und Stammesangehörigen sind im Süden des Landes mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere seien verletzt worden, hieß es am Samstag von der Armee und von lokalen Quellen. Einflussreiche Stammesführer schlossen sich unterdessen zu einer Koalition gegen Präsident Ali Abdallah Salih (Saleh) zusammen. (mehr…)

Stämme formen Allianz gegen Saleh

derStandart.at am 30.07.2011:

Mehrere Tote bei gewaltsamen Auseinandersetzungen

Sanaa/Kairo – Mehrere Stämme im Jemen wollen eine Allianz gegen den Langzeit-Präsidenten Ali Abdullah Saleh formen und die zivile Protestbewegung gegen seine Herrschaft schützen. „Jede Aggression gegen die Unterstützer der Revolution ist künftig eine Aggression gegen Jemens Stämme“, erklärte der Stammesführer Sadik al-Ahmar am Samstag auf einer Versammlung in Sanaa. Al-Ahmar führt den Stamm der Hashiden an, der von Saleh, der ihm gleichfalls angehört, abgerückt ist. Bei Auseinandersetzungen gab es am Wochenende erneut Tote. (mehr…)

Syrien: Razan Zeitouneh

aus ZEIT ONLINE vom 31.07.2011:

Razan Zeitouneh lebte in der Hauptstadt Damaskus, bevor sie im März untertauchte aus Furcht vor Verhaftung. Die Anwältin wird auch in den kommenden Wochen berichten, was ihr als Dissidentin widerfährt.

Proteste in Syrien

„Ich will mitschreien“

Damaskus erhebt sich, und das Regime weiß: Wenn die Hauptstadt fällt, hat es verloren. Ich erlebe das nur durch den Blick aus dem Fenster.

Jeden Augenblick rechne ich damit, dass der Geheimdienst zur Tür hereinstürmt und mich festnimmt. Mich schreckt nicht so sehr der Gedanke ans Gefängnis – viele meiner Freunde haben das überstanden. Aber ich weiß, wenn der Apparat mich erst einmal hat, dann komme ich so schnell nicht wieder frei. Und dann würde ich diesen historischen Moment der syrischen Revolution verpassen, den ich miterleben möchte.

Ohnehin macht es mich fast wahnsinnig, dass ich in meiner Kammer hocke, während draußen die Proteste wachsen. Mein neuntes Versteck in vier Monaten! Ich will mitmarschieren, will meine Stimme laut gegen das Regime erheben. Stattdessen bewege ich mich vom Bett zum Schreibtisch, vom Schreibtisch zum Bett. Zwischendurch ins Bad, dann Kaffee kochen, zurück an den Computer. Manchmal werde ich wütend, weil ich das Gefühl habe, die Revolution zieht einfach an meinem Fenster vorbei. (mehr…)

Säkulare Opposition setzt Tahrir-Besetzung für Ramadan aus

… andere, kleinere Gruppen wollen aber weiter auf dem Platz bleiben
schreibt derStadart.at am 31.07.2011

Kairo – Mehr als 20 linke, liberale und nationalistische Gruppierungen, die seit mehr als drei Wochen den Tahrir-Platz im Zentrum von Kairo besetzen, wollen ihre Blockade für die Dauer des Fastenmonats Ramadan aussetzen. Die Bewegung 6. April, die Teil dieser säkularen Opposition ist, erklärte am Sonntag, ein Teil ihrer Forderungen, wie etwa zügige und öffentliche Prozesse gegen die Verantwortlichen des Mubarak-Regimes, sei inzwischen erfüllt worden. Andere, kleinere Gruppen wollen aber weiter auf dem Platz bleiben. Der Ramadan beginnt in Ägypten an diesem Montag. (mehr…)

Syrien: Hama VI

welt Online am 31.07.2011:

„Jeder in Hama hat jemanden verloren“

Syriens Machthaber Assad geht brutal gegen Oppositionshochburg Hama vor. Sein Vater hatte dort bereits 1982 ein Blutbad angerichtet, bei dem mehr als 20.000 Menschen starben.

Der Sturm auf Syriens erste befreite Stadt begann im Morgengrauen: In Hama im Zentrum des Landes kamen während einer groß angelegten Militäroffensive mindestens 95 Menschen ums Leben. Berichten von Aktivisten zufolge drangen Panzern aus allen Richtungen in die Wohnsiedlungen ein.

Sie schossen wahllos um sich und rissen Blockaden ein, die Anwohner zu ihrem Schutz errichtet hatten. Scharfschützen bezogen auf den Dächern Stellung, Rauchschwaden breiteten sich über der Stadt aus. Strom und Wasser wurden in mehreren Vierteln abgestellt. (mehr…)

Syrien: Hama V

derStandart.at am 31.07.2011:

Assads Armee zerschlägt Proteste in Hama

„Krieg gegen das Volk“ – Armee besetzt Widerstandshochburg Hama – Landesweit mehr als 120 Tote

In Hama kamen nach Angaben des Präsidenten der nationalen Organisation für Menschenrechte, Ammar Kurabi, mindestens 95 Menschen ums Leben. Auch in anderen Städten ging die Armee gegen Zivilisten vor. Die Zahl der Todesopfer betrug landesweit laut Kurabi mindestens 120.

Damaskus/Kairo – Am Sonntag war die Reihe der blutigen militärischen Säuberungsaktionen des syrischen Regimes an der Stadt Hama im Westen, nördlich von Damaskus. In den Morgenstunden griff die Armee aus mehreren Seiten mit Panzern an. Diese überrollten die Straßensperren, die die Aktivisten zum Schutz der Bürger an den Stadteinfahrten und in vielen Wohnstraßen errichtet hatten und schossen mit schwerem Geschütz wahllos auf Häuser und Menschen. (mehr…)

Syrien: Hama IV

taz.de am 31.07.2011:

Kämpfe in Syrien
Leichen liegen in den Straßen

Der Einmarsch der syrischen Armee in Hama fordert dutzende Tote. Militäraktionen gibt es auch in anderen Städten, weil die Opposition zum Beginn des Ramadan mobilisiert.

AMMAN/BERLIN rtr/taz | Die syrische Armee hat nach fast einmonatiger Belagerung am Sonntag mit Panzern die Oppositionshochburg Hama gestürmt. Die Zahl der Toten soll nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten und Augenzeugen in die Dutzende gehen, die durch das Feuer aus Panzerkanonen und Maschinengewehren ums Leben gekommen seien. Ein Bewohner der 700.000-Einwohner-Stadt berichtet, es lägen noch viele Leichen in den Straßen.

Scharfschützen der Armee sollen sich zudem auf den Dächern einiger Gebäude postiert haben. Die Strom- und Wasserversorgung wurde unterbrochen – eine Taktik, die das Militär seit Beginn des Volksaufstands gegen Präsident Baschar al-Assad im März wiederholt vor der Erstürmung von Städten angewandt hat. (mehr…)

Syrien: Hama III

taz.de am 31.07.2011:

Neues Blutvergießen in Syrien
Militär schießt auf Bewohner von Hama

Präsident Assad schickt kurz vor Beginn des Ramadans seine Truppen in die Widerstandshochburg Hama. Aktivisten berichten von mindestens 62 Toten.

DAMASKUS/BEIRUT/NIKOSIA dpa/afp/rtr | Das Regime von Syriens Präsident Baschar al-Assad will vor Beginn des Fastenmonats Ramadan reinen Tisch machen und hat am Sonntag seine Panzer in die Widerstandshochburg Hama geschickt. Syrische Aktivisten in Beirut sagten, es habe bisher mindestens 62 Tote und über 100 Verletzte gegeben.

Die Truppen rückten im Morgengrauen in Hama ein. Zuvor hatten Spezialisten die Strom- und Wasserversorgung gekappt. Panzer sollen in Wohngebiete gefeuert, Scharfschützen auf Hausdächern Stellung bezogen haben. „Es regnete Granaten über die Stadt, die Soldaten schossen auf alles, was sich bewegte“, schilderte einer der Aktivisten die dramatische Lage. „Die Bürger verstecken sich in Treppenhäusern und Kellern, um dem Beschuss zu entgehen.“ (mehr…)

Syrien: Hama II

31. Juli 2011, NZZ Online:

Landesweite Offensive gegen Regimegegner in Syrien
Armee rückt mit Panzern in Oppositionshochburg Hama ein

Über Wochen konnten sich Syriens Regimegegner in der Protesthochburg Hama gegen die Regierungstruppen behaupten. Ausgerechnet vor Beginn des Fastenmonats stösst Präsident Asad mit Panzern in das Zentrum der Opposition vor und lässt seine Soldaten wüten.

(sda/Reuters/afp/ddp) Syrische Truppen haben bei einer landesweiten Offensive gegen Regimegegner einen Tag vor Beginn des Fastenmonats Ramadan nach Angaben von Aktivisten mindestens 62 Menschen getötet. Allein in der Protesthochburg Hama gab es nach schwerem Beschuss mindestens 49 Todesopfer, wie ein Sprecher der Örtlichen Koordinationskomitees am Sonntag mitteilte.

«Es ist ein Massaker»
In der Stadt Hama rollten am frühen Morgen von vier Seiten aus Panzer ein. «Es ist ein Massaker, sie wollen Hama vor dem Ramadan brechen», sagte ein Augenzeuge telefonisch der Nachrichtenagentur AP. Die Krankenhäuser seien überlastet und benötigten dringend Blutspenden. Weitere Angriffe wurden aus Vororten der Hauptstadt Damaskus und aus dem Süden des Landes gemeldet. (mehr…)

Syrien: Hama I

FR Online am 01.08.2011:

Die Straßen von Hama sind    übersät mit Leichen

Syriens Regime schlägt die Rebellion mit rücksichtsloser Gewalt nieder, um weitere Demonstrationen im Zeichen des Ramadan zu verhindern. Bei der Militäroffensive sterben mindestens 95 Menschen.

Einen Tag vor Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan hat die syrische Armee in der Stadt Hama ein Blutbad angerichtet. Wie die Nationale Organisation für Menschenrechte mitteilte, starben nach ersten Angaben bei der Militäroffensive mindestens 95 Menschen, im ganzen Land gab es mehr als 120 Tote. Am frühen Sonntagmorgen waren Panzer und Elitesoldaten nach Hama eingedrungen, aus der sie sich Anfang Juli demonstrativ zurückgezogen hatten.

Aus der Stadt Deir ez-Zor im Osten des Landes und Harak im Süden wurden ebenfalls heftige Straßenkämpfe gemeldet – offenbar zwischen loyalen und abtrünnigen Armeeeinheiten des Regimes. Greifkommandos von Militär und Staatssicherheit durchkämmten Vororte von Damaskus. Dutzende wurden bei Razzien abgeführt. (mehr…)