Yemen: Aus den Agenturen

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind am Mittwoch die Proteste gegen Präsident Saleh weitergegangen. Zehntausende Regierungsgegner demonstrierten gegen die Rückkehr Salehs aus Saudi-Arabien. Sie schwenkten Flaggen und machten Friedenszeichen auf dem zentralen „Platz des Wandels“, der seit Wochen das Zentrum der Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Unterstützern der Regierung ist.

Die Demonstranten fordern den Rücktritt Salehs und werfen seiner Familie Korruption und Misswirtschaft vor. Die Unterschrift unter ein von Golf-Staaten ausgehandeltes Abkommen zum Übergang der Macht verweigerte er dreimal. Seit Beginn des Aufstands gegen den Staatschef wurden mindestens 450 Menschen getötet.

Oppositionelle Stammesangehörige schossen am Mittwoch in der Nähe der Hauptstadt ein Kampfflugzeug ab und brachten dessen Piloten in ihre Gewalt . Das Flugzeug habe in der bergigen Naham-Region Bomben auf bewaffnete Stammesmitglieder abgeworfen, sagte ein Oppositioneller. Ein Vertreter des Militärs erklärte, das Flugzeug sei lediglich auf einem Routineflug gewesen.

Saleh hatte sich in Saudi-Arabien von den Folgen eines Anschlags auf ihn erholt und war in der vergangenen Woche in seine Heimat zurückgekehrt. Dies hat den Konflikt, der bereits seit Februar andauert, weiter verschärft.

Die Protestbewegung und mehrere Oppositionsparteien fordern den sofortigen Rücktritt Salehs, der seit 1978 an der Macht ist. Sie werden von Einheiten der Armee unterstützt, die sich auf die Seite der „Revolutionäre“ geschlagen haben. Der Präsident bietet bisher nur Verhandlungen und vorgezogene Neuwahlen an.