„Arbeitsmarktpolitik am Golf: Herrschaftssicherung nach dem „Arabischen Frühling“

Eine Veröffentlichung des Leibnitz Institut für Globale und Regionale Studien (GIGA),
aus unser losen Reihe deutsche think tanks

„Anfang Dezember 2012 erklärte der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Herrscher von Abu Dhabi, Scheich Khalifa bin Zayid Al Nahjan, 2013 zum Jahr der „Emiratisierung“ auf den Arbeitsmärkten.
Die Arbeitsmärkte der sechs Mitgliedsstaaten des Golfkooperationsrates (GCC) sind aufgrund ihrer auf Erdölexporten basierenden Entwicklungsstrategie von zwei weltweit einmaligen Merkmalen gekennzeichnet: Während die meisten einheimischen Staatsbürger im öffentlichen Sektor beschäftigt sind, arbeiten im Privatsektor größtenteils Ausländer, die zudem insgesamt weit mehr als die absolute Mehrheit an Arbeitskräften ausmachen.

- Durch das hohe Bevölkerungswachstum der letzten Jahrzehnte ist die Bereitstellung von Arbeitsplätzen für ihre Staatsbürger eine der dringendsten Herausforderungen für die GCC-Regierungen.

- Der „Arabische Frühling“ 2011 verstärkte den Druck auf die Regierungen zusätzlich. Neben Lohnerhöhungen, der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in der staatlichen Verwaltung und in den Sicherheitsdiensten bilden Kampagnen zur Nationalisierung des Privatsektors eine dritte Säule der aktuellen Arbeitsmarktpolitik.

- Allerdings sind Nationalisierungskampagnen weder neu, noch können sie allein den Bedarf an zusätzlichen Arbeitsplätzen decken. Viel wichtiger wäre es, eine bedarfsgerechte Ausbildung von einheimischen Arbeitskräften zu entwickeln und eine Reform des Bürgschaftssystems zur Bereitstellung von ausländischen Arbeitsmigranten durchzuführen.“

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