Archiv für Januar 2013

Repression und Todesdrohungen gegen black bloc – Mursi kürzt Europareise Programm

Der ägyptische Generalstaatsanwalt Talaat Abdallah hat die sofortige Festnahme aller Mitglieder des black bloc angeordnet.
Er wies die Bullen und das mittlerweile wieder dazu berechtigte Militärs dazu an, alle jene festzunehmen, die unter Verdacht stünden, Verbindungen zum black bloc zu haben.
Er rief die Bevölkerung dazu auf, Mitglieder des black bloc zu denunzieren und bei ihrer Festnahme mitzuwirken. Bei dem black bloc handele es sich um „eine terroristische Gruppe“ , die auf die Zerstörung des ägyptischen States abziele“.

Auf contra info ist heute ebenfalls ein Artikel zum black blog in Ägypten veröffentlicht worden:

„Ägyptische anarchistische Bewegung entsteht mit einer Welle von Brandsätzen und Straßenkämpfen

Ein schwarzer Block in der Nähe des Tahrir-Platzes, der bereit für Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften ist, nahm unter anderen Protestierenden in Kairo am 24. Januar an den illegalisierten Demos zum zweijährigen Jahrestag der ‘ägyptischen Revolution’ teil
Eine Black Bloc Demo in Kairo heute Abend, die schonmal auf die Konfrontation mit den Sicherheitskräften in der Nähe des Tahrir Platzes zum zweijährigen Jahrestag der Revolution vorbereitet.

AnarchistInnen waren in Ägypten bereits vor, während und nach der Revolution anwesend, aber bis heute galt es noch, sich als eine massenhafte Gruppierung unter dem Banner des Anarchismus zu organisieren. Die Ultras der ägyptischen Fußballvereine sind seit Jahren mit anarchistischen Ideen und Aktionen eng verbunden und es wird ihnen zugeschrieben, dass sie das Level der Militanz initiiert haben, das die Regierung Mubarak im Februar 2011 zu Fall brachte….“

Der ganze Artikel auf contra info

Die radikalen Islamisten drohen unterdessen den Mitgliedern des black bloc mit dem Tod.
Repräsentanten von Jama‘a al-Islamiya erklärten, der Präsident müsse ihnen nur den Befehl geben, sie „seien von Gott beauftragt worden, solche Leute zu kreuzigen oder ihnen Hände und Füsse abzuhacken“.

Muris hat unterdessen sein Besuchsprogramm in Europa radikal zusammen gestrichen. Verlautete bis vor wenigen Stunden noch, er werde vollständig an seinem Besuchsprogramm festhalten, melden ägyptische Medien nun, er werde nur noch am Mittwoch zu einem Kurzbesuch nach Berlin reisen. Das Besuchsprogramm in Berlin wurde nun von ägyptischen Medien öffentlich gemacht, ihr findet es in der Kommentarfunktion unter unserem Artikel zur geplanten Kundgebung in Berlin auf linksunten.

Auch heute abend wird die Ausgangssperre in den Städten am Suez Kanal gebrochen,allein in Port Said sind 20.000 Menschen auf einer nächtlichen Demo.
In Kairo findet die unterdessen die erste der angekündigten Solidaritätsdemos (s.u.) statt.
Mursi ist schon am zurückrudern. Sein Sprecher erklärte, man werde den Ausnahmezustand modifizieren, zeitlich mehr begrenzen oder im wesentlichen aufheben.

Kaum Erwähnung in den Medien finden die zahllosen Proteste und Auseinandersetzungen in den
„kleineren“ Städten. Zwei Beispiele:

In Damanhur im Nildelta belagern Hunderte die ganze Nacht zu Dienstag eine Bullenstation, um dort festgehaltene Demonstranten zu befreien. Steine, Molotovs und Tränengas, die Auseinandersetzungen dauern bis tief in die Nacht, weitere 10 Menschen werden festgenommen, drei Bullen müssen im Krankenhaus behandelt werden. Die 18 Gefangenen wurden festgenommen, weil sie vor vier Tagen ebenfalls versucht hatten, eine Bullenwache zu stürmen, um Gefangene zu befreien.

In Kafr al-Sheikh, auch im Nildelta, ebenfalls Kämpfe bis zum Dienstagmorgen, über 40 Bullen und 80 Demonstranten werden dabei verletzt. Ein Bullenfahrzeug wird mit Molotovs in Brand gesetzt.

In Kairo und anderen Städten sind für Dienstag bis Donnerstag Solidaritätsdemos für die drei Städte geplant, über die ein nächtliches Ausgangsverbot verhängt wurde. Sie sollen jeweils um 21.00 Ortszeit beginnen, zeitgleich zum Beginn der Ausgangssperre.

Derzeit gibt es in Kairo neue Auseinandersetzungen. Die wichtige Brücke des 6. Oktober wurde mit brennenden Reifen blockiert, rund um die Qasr al-Nil Brücke kommt es zu Strassenkämpfen, ebenso am Simon Bolivar Platz, hier wird an den Betonabsperrungen in der Nähe der US Botschaft gekämpft.

Düsseldorf: Aufruf gegen Mursi Besuch

Kundgebung in Solidarität mit den Demokratiebewegungen in Ägypten

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

am Mittwoch, dem 30. Januar 2013, kommt Mohammed Mursi der „neue Pharao“ der Arabischen Republik Ägypten, zu einem Staatsbesuch nach Berlin. Trotz zahlreicher Petitionen, unter anderem von Amnesty International und Campact, wird Angela Merkel Mursi mit allen militärischen Ehren empfangen, als einen demokratischen Präsidenten.

Diese Situation ist nicht tragbar!

Der Tag des Ausbruchs der ägyptischen Revolution hat sich am vergangenen Freitag, dem 25. Januar 2013 zum zweiten Mal gejährt. In nur 18 Tagen wurde der damalige „Pharaoh“ Ägyptens, Hosni Mubarak, nach 30 Jahren Diktatur und Unterdrückung, vom Thron gestürzt. In nur 18 Tagen gingen Millionen Menschen in Kairo, Alexandria und anderen Städten Ägyptens, auf die Straße um friedlich für ihre Freiheit und Demokratie, für Brot und für Gerechtigkeit zu demonstrieren. Nach nur 18 Tagen gab der damalige Diktator sein Amt ab und ebnete damit den Weg für eine gerechtere Welt.

Im Herbst des vergangenen Jahres wurde mit einer Mehrheit der erste postdiktatorische Präsident Ägyptens gewählt. Mohammed Mursi, Vorsitzender der sich als „liberal“ gebenden Muslimbrüderschaft. Doch der neue Präsident entpuppt sich schon wenige Tage und Wochen nach Amtsantritt als ein ebenso selbstherrlicher und intoleranter Diktator wie sein Vorgänger. Im November 2012 löste der vornehmlich von Muslimbrüdern erarbeitete Verfassungsentwurf erneut Massenproteste in der ganzen Republik aus. Gegenstand waren die Inhalte des Entwurfes, der das islamische Gesetz, die Sharia und den Autoritäten der islamischen Azhar Universität die Hoheit über zum Teil grundlegende Bereiche des Gesetzes gibt. Ein mittelalterliches Gesetz, in dem der säkulare Anspruch der Revolution vollkommen außer Acht gelassen wird.

Zum zweiten Jahrestag der ägyptischen Revolution, am vergangenen Freitag, versammelten sich erneut Zehntausende Demonstranten zum Protest gegen den islamistischen „Präsidenten“, in vielen Großstädten Ägyptens. Wut, Frustration und Entrüstung über die Entwicklung der letzten zwei Jahre brachten die Menschen erneut zusammen um gegen die wachsende Ungerechtigkeit und Agression oder Regierung zu demonstrieren. Als Reaktion darauf rief Mursi den Ausnahmezustand für Ägypten aus, ordnete weitreichende, untragbare, Ausgangssperren in ägyptischen Städten an, und ließ der Polizei freie Hand. In diesen wenigen Tagen starben zahlreiche Demonstranten und hunderte wurden schwer verletzt.

Am Mittwoch, dem 30. Januar 2013, kommt Mohammed Mursi der „neue Pharao“ der Arabischen Republik Ägypten, zu einem Staatsbesuch nach Berlin. Trotz zahlreicher Petitionen, unter anderem von Amnesty International und Campact, wird Angela Merkel Mursi mit allen militärischen Ehren empfangen, als einen demokratischen Präsidenten.

Diese Situation ist nicht tragbar!

Es ist notwendig, zu zeigen, dass es auch in Deutschland noch Stimmen gibt, die repressive Gewaltpolitik nicht akzeptieren. Die Entwicklung der Demokratie in Ägypten muss auch im Ausland unterstützt werden!

Daher ist am kommenden Donnerstag, dem 31. Januar 2013 eine Kundgebung gemeldet. Die Kundgebung wird um 17.00 am Heinrich Heine Platz in der Düsseldorfer Altstadt stattfinden.

Kommt zahlreich!

„Solidarität ist die Zärtlichkeit aller Völker!“

Kundgebung gegen Mursi Besuch in Berlin

In den letzten Wochen haben die gleichen Aufstandsbekämpfungsbullen, die schon während des Aufstandes gegen Mubarak Hunderte ermordet haben, in Suez, Port Said und Kairo dutzende Demonstranten erschossen.
In die Städte am Suez Kanal sind starke Militärverbände eingerückt, hier wurde der Ausnahmezustand ausgerufen und eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, die aber bereits in der ersten Nacht von tausenden Demonstranten gebrochen wurde.

Die Islamisten haben eine Verfassung durchgepeitscht, die sich gegen die Rechte von Frauen und Minderheiten richtet, die Moslembrüder gehen gegen die entstandene unabhängige Gewerkschaftsbewegung vor.

Nun kommt der ägyptische Präsident auf Einladung der Bundesregierung mit einer Wirtschaftdelegation nach Brüssel und Berlin, um Investionen und Hilfszusagen für den kurz vor dem Kollaps stehenden Staatshaushalt locker zu machen.

GenossInnen aus Berlin schreiben:

„Mursi & Merkel stürzen – Gegen die Herrschaft von Kapital und Religion

Kurz nach dem zweiten Jahrestag der ersten großen Demonstrationen gegen den gestürzten
Diktator Mubarak und seine Staatspartei NDP eskalieren die Außeinandersetzungen auf Ägyptens
Straßen erneut. Die Partei der Muslimbrüder, die ebenso wie das Vorgängerregime auf kleintelistische
Strukturen und Repression setzt und den Zwängen der neoliberalen Staatsverwaltung folgen muss,
verliert zunehmend seine soziale Basis. So finden sich die meist jungen Leute aus den
verarmten Schichten, BürgerechtlerInnen, die säkuläre Opposition und die Anghörigen einer
neuen Gewerkschaftsbewegung gleichermaßen im teilweise gewaltsamen Widerstand gegen die Regierung.

Auch wenn antinationale und sozialrevolutionäre Kräfte dabei nur eine geringe Rolle spielen, die
Opposition uneinig und der Ausgang ungewiss ist: Der Wunsch nach Stabilität, für den westliche
Staatsführer inzwischen zum Dialog mit „gemäßigten Islamisten“ aufrufen, bleibt in einer
grundsätzlich krisenhaften, dem Zwang zur Kapitalverwertung folgenden Welt Illusion und dient
letztlich der Legitimation der allgemeinen Ausbeutungsverhältnisse.

In diesem Sinne gilt unsere Solidarität allen, die sich heute aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Religion oder ihrer wirtschaftlichen Lage gegen den ägyptischen Staat stellen.“

und rufen dazu auf sich einer Solidaritätskundgebung für die Protestierenden auf dem Tahir-Platz in Kairo anzuschliessen, die von anderen Zusammenhängen organisiert wird.

Kundgebung

Mittwoch 30.01.2013

18:00 Uhr

Ort: Ägyptische Botschaft in Berlin

Stauffenbergstraße nahe Neue Nationalgalerie

U/S Bahn Potsdamer Platz

Tausende trotzen der Ausgangssperre

Montagabend. Suez, Port Said, Ismailia – in allen drei Städten Tausende trotz Ausgangssperre auf den Strassen.

Demonstrationszüge: „Nieder mit den Moslembrüdern“, Nieder mit Mursi“, „Das Volk wil den Sturz des Regimes“.
Geschäfte und Cafes sind demonstrativ auch nach Beginn der nächtlichen Ausgangssperre geöffnet. Angriffe auf
Bullenstationen, während in Ismailia vor dem örtlichen Regierungssitz nächtliche Fussballturniere stattfinden. Das Militär ist trotz aller Militärfahrzeuge und Panzer hilflos, die Bullen sind froh, wenn ihre Reviere nicht niedergebrannt werden.

In Port Said haben heute tagsüber erneut Zehntausende Opfer des Massakers durch die „Sicherheitskräfte“ zu Grabe getragen, Heckenschützen eröffnen das Feuer auf den Trauerzug, anschliessend schwere Kämpfe vor der Bullenstation in Al Arab, nicht nur die Bullen setzen dabei wohl scharfe Waffen ein. Ein Demonstrant wird erschossen. Am späten Abend werden Soldaten vor dem Gefängnis von Maskierten von Motorrädern aus unter Feuer genommen.

Gleichzeitig marschieren am Abend Demonstrationszüge in Kairo Richtung Oberhaus, mehrere Bullenwagen werden zerlegt und angezündet, nachdem die Bullen die Demo einfach aus dem Nichts angreifen, zwei Demonstranten von Bullenwagen umgefahren werden. Die Bullen schiessen weiter mit CN, CS und Schrotgewehren, es fällt schwer, noch Luft zu bekommen, viele Verletzte. Ein Bulle der Aufstandsbekämpfungseinheiten wird überwältigt und „gefangen genommen“, später mit oberflächlichen Blessuren im Krankenhaus abgeliefert. „Werdet nicht so, wie die, die ihr bekämpft“ schrieben die Lokalen Koordinierungkomitees in Syrien“ kürzlich.

In Gharbiya versucht eine Menge von dreitausend Menschen den Gerichtskomplex zu stürmen, um 22 politische Aktivisten zu befreien, die dort seit drei Tagen festgehalten werden.

In Alexandria am Nachmittag schon Tausende auf den Strassen, im Anschluss an die Demos werden zentrale Strassen und der Hauptbahnhof stillgelegt, mit den bloßen Körpern und an vielen Stellen mit allem, was an Material greifbar ist.
„Nieder mit den Moslembrüdern, nieder mit Mursi, haut ab, wir sind arme Leute !“

Wenn ihr diese Zeilen am Dienstagmorgen lest, werden es nur noch etwas mehr 24 Stunden sein, bis Mursi in Berlin landet.
Es wird wohl mehrere Protestaktionen geben, alles ist derzeit aber noch unbefriedigend unübersichtlich.

ACHTET AUF KURZFRISTIGE ANKÜNDIGUNGEN

Weitere Tote in Kairo und Suez, neue Proteste und Kämpfe

Die Entscheidung, den Ausnahmezustand für drei Regionen am Suez Kanal zu verkünden, dürfte nicht nur der Intensität der dortigen Auseinandersetzungen geschuldet sein. Nach Angriffen auf die Infrastruktur des Kanals werden Militärs und Kanalbehörde nicht müde zu betonen, dass die Sicherheit des Schiffsverkehrs in der strategischen Wasserstrasse gewährleistet sei. Außerdem will Muris sich so Luft verschaffen, um seine geplante Reise nach Brüsssel und Berlin antreten zu können, um Finanzhilfen für den kurz vor dem Kollaps stehenden Haushalt des Landes zu sammeln.

Katar hatte gerade erst 5 Milliarden US Dollar vorgeschossen, um die Liquidität Ägyptens abzusichern. Splitter von gestern Abend, der Nacht und Heute.

Die Kämpfe in Kairo dauern nun schon den fünften Tag in Folge an. Nach der Ansprache von Muris gestern Abend, bei der er die Verhängung des Ausnahmezustandes und eine nächtliche Ausgangssperre in den Regionen Suez, Port Said und Ismailia verkündet hatte, intensivierten sich die Kämpfe erneut. An drei Stellen in der Nähe Tahrir Platzes wurde mit Steinen und Molotovs gegen die Bullen gekämpft, die weiterhin Unmengen an CS und CN verschiessen, selber massiv mit Steinen werfen, häufig von Häuserdächern aus.
Es gelang, die Absperrung aus Betonquadern in der Sheikh Rihan Strasse niederzureissen, wiederholt wurde der Verkehr der Metro, ebenso wie Hauptstrassen und wichtige Brücken, über längere Zeiträume blockiert.

Ein 19jähriger Passant wurde heute Nacht auf dem Weg von der Schicht nach Hause am Tahrir Platz getötet. Er wurde von einem Geschoss im Nacken getroffen, im Krankenhaus konnte nur noch sein Tod festgestellt werden. Bereits am Samstag war ein Mann von Schrotmunition, wie sie von den Bullen verwendet wird, im Brustbereich getroffen worden und starb ebenfalls im Krankenhaus.

In Suez versammelten sich Angehörige und Freunde, nachdem Nachrichten kursierten, dass die Gefangenen aus dem Ataka Knast verlegt werden sollten. Zuerst wurde die geplante Verlegung blockiert, bei dem anschliessenden Versuch, die Gefangenen zu befreien, wurde ein Gefangener durch die Bullen getötet.
Verschiedene Gruppen, wie die Bewegung des 6. April, der Suez Jugendblock und der black bloc haben heute in der Stadt eine Kundgebung gegen die Verhängung des Ausnahmezustandes veranstaltet, sie kündigten an, sich heute Abend erneut zu versammeln, um die nächtliche Ausgangssperre zu brechen.

Während die verschiedenen salafistischen Parteien und Gruppierungen uniso die Verhängung des Ausnahmezustandes begrüssten, ruderten die Anführer der oppositionellen „Nationalen Rettungsfront“ heute zurück. Gestern noch zeigten sie sich prinzipiell gesprächsbereit gegenüber den Moslembrüdern und der Armee, nun werde man unter diesen Bedingungen der Einladung von Mursi zu einem „nationalen Dialog“ nicht folgen.

Heute abend werden neue Massenproteste in Kairo beim Gedenkmarsch zum Jahrestag des „Freitags des Zorns“ erwartet, der Tag, der das Schicksal Mubaraks besiegelte.
Die Demozüge sollen zum Parlamentsgebäude führen, genau das war in den letzten Tagen mehrmals von den Bullen mit massiver Gewalt vereitelt worden.
Aus Alexandria werden gerade ebenfalls neue Massendemos gemeldet, viele Tausend ziehen durch die Strassen: „Nieder mit den Moslembrüdern…“

Kurzbericht Ägypten heute Abend

Suez

Die Strassen der Stadt waren heute mit Zehntausenden gefüllt, die die aufgebahrten Toten auf dem Weg zur Beisetzung begleiteten. Überall Hass und Wut auf die Bullen, den Staat, die Moslembrüder. Massiver Reizgaseinsatz gegen die Menge, es wird scharf geschossen, bis zur Stunde werden schon sieben tote Demonstranten gemeldet.
Zwei Militärclubs gehen in Flammen auf, mehrere Bullenwachen werden attackiert, an einigen Stellen geraten auch die „Sicherheitskräfte“ unter Feuer aus scharfen Waffen.

Kairo

Für morgen sind durch mehrere politischen Gruppierungen und Parteien neue Massenroteste in Kairo angekündigt, die Opposition fordert die Rücknahme der Verfassung, will sich nicht an den Parlamentswahlen beteiligen.

Der Nationale Sicherheitsrat ruft zum Dialog auf, Mursi auch und die etablierte Opposition ebenso, aber eben unter Vorbedingungen.
Währendessen kämpfen die Jugendlichen, die nichts mehr zu verlieren haben, auch heute in Kairo gegen die Bullen. Gestern wurde das Sozialministerium in Brand gesteckt und erheblich beschädigt, in den umkämpften Strassen sind einige öffentlichen Gebäude, wie z.B. Schulen niedergebrannt, was unter anderem damit zusammen hängt, dass die Bullen sich auf den Dächern der Gebäude verschanzt hatten und von dort aus die Demonstranten mit Steinen beworfen hatten.

Heute abend will Mursi eine Fernsehansprache halten. Führende Moslembrüder, wie Mohamed El-Beltagy, forden den Nationalen Sicherheitsrat auf, seine Überlegungen, den Ausnahmezustand zu verhängen, endlich Taten folgen zu lassen. Im übrigen sind natürlich gekaufte Diebe und ausländische Verschwörer an allem schuld, so war es ja auch schon unter Mubarak und unter der Militärdiktatur.

Anlässlich des Berlin Besuchs von Mursi gibt es eine Demo:

Stoppt den Menschenraub und den Organhandel auf dem Sinai!

Organisiert von der Eritreischen Community in Deutschland:

29. Januar 2013, 14:00 Uhr Berlin-Mitte

Beginn am Neptunbrunnen Berlin-Mitte, (Spandauer Str., Nähe Rotes Rathaus), Route Richtung Bundestag.

Aufruf u.a. auf borderline-europe

Entwicklung in Ägypten am Sonntag

Die Kämpfe in Kairo zogen sich bis in die Morgenstunden hin, Schwerpunkte nahe des Tahrir Platzes in der Youssef al-Guindy Strasse und erneut in der Mohamed Mahmoud Strasse. Steine und Molotov gegen die Bullen, die alles mit Gas einnebeln. Ein Gefährte schwebt in Lebensgefahr, nachdem er von einem Bullenwagen überfahren wurde. Mehrere Gebäude sind bei den Kämpfen durch Molotovs in Brand geraten. Der black bloc blockert die wichtige Brücke des 6. Oktober, Kämpfe auch vor dem Gebäude des staatlichen Fernsehens

Am Morgen dann neue Kämpfe in Kairo downtown, die Bullen versuchen die Leute Richtung Tahrir Platz abzudrängen.

Tausende trotz massiver Militärpräsenz auf Beerdigungszüge in Port Said heute, Parolen gegen die Moslembrüder, es wird scharf geschossen, riots brechen aus. Wut auf den Staat überall, „man wolle sich für unabhängig erklären, nicht mehr zu Ägypten gehören“ Die Ultras von Al-Masry, die „Green Eagles“ rufen „zur Revolution auf“. Die zum Tode verurteilten Ultras sind in Gefängnisse in anderen Landesteilen verlegt worden.

In Suez gelang gestern abend einer Gruppe von Gefangenen die Flucht aus dem Knast, daraufhin wurden massiv Verlegungen vorgenommen. Drei Bullenwachen, die gestern angegriffen wurden , werden von den Bullen nicht weiter belegt, sie „wollen damit weitere Zusammenstösse vermeiden“.

Der Tagesspiegel berichtet heute, dass sich Mursi ab Mittwoch sogar für 2 Tage in Berlin aufhalten soll. Seinen Besuch beim Afrika Gipfel hat er allerdings angesichts der Unruhen abgesagt.

Ägypten am heutigen Samstag

Die Entwicklung in Ägypten ist mittlerweile auch das Topthema in den deutschsprachigen Massenmedien. Deshalb wollen wir hier nicht all das wiederkauen, was dort auch vermeldet wird, sondern ergänzende Infos liefern.

Suez

Die Gerichtsmediziner haben bekannt gegeben, das die in Suez erschossenen Demonstranten aus kurzer Distanz erschossen wurden, etliche Schüsse wurden von hinten abgegeben.

An den heutigen Trauerzügen beteiligten sich Tausende, die mit den aufgebarrten Toten durch die Strassen zogen. Schon während des Aufstandes gegen Mubarak waren die Kämpfe in Suez besonders heftig, etliche verloren dabei ihr Leben.

In der Nacht und nach dem Massaker an den Demonstranten zogen sich die Bullen von den Strassen zurück und wurden durch einrückende Einheiten des Militärs ersetzt, die an strategischen Punkten mit einer Vielzahl an gepanzerten Fahrzeugen postiert wurden.

Trotzdem kommt es teilweise weiter zu Kämpfe, ein Bullenrevier wurde erst mit Molotovs angegriffen, dann gestürmt. Die Bullen sind getürmt, das Waffenlager wurde geplündert, mehrere Gefangene wurden befreit.

Ein Verwaltungsgebäude der Sicherheitskräfte wurde gestürmt und in Brand gesetzt.

Dakahliya

Der black bloc versuchte heute, den Regierungssitz der Provinz zu stürmen, es kam zu Kämpfen mit den Bullen.

Port Said

Nach den schweren Kämpfen in der Stadt nach den Todesurteilen im Prozess wegen des Massakers im Stadion von Port Said ist die Zahl der Getöteten weiter gestiegen, ägyptische Medien berichten von 30 Toten. Es gibt viele schwer Verletzte, sodass die Anzahl der Toten weiter ansteigen kann. Unter den Toten sind auch zwei Spieler des Vereins.
Einheiten der zweiten ägyptischen Armee sind in grosser Anzahl in der Stadt eingerückt und sichern nicht nur die Gegend um das Gefängnis, sondern auch alle strategisch wichtigen Orte wie Wasser-und-Elektrizitätswerke, zentrale Regierungs-und-Verwaltungsgebäude und insbesondere die wichtige Infrastruktur des Suezkanals.

Zuvor war es nicht nur zu den allgemein berichteten Kämpfen vor dem Gefängnis gekommen, sondern zu Aktionen, die eher von einem generalisierten Aufstand in der Stadt sprechen lassen.
Zwei Bullenstationen wurden gestürmt, Feuer gelegt, Waffen erbeutet. Es gab Angriffe auf das Rathaus, zentrale Steuereinheiten für den öffentlichen Verkehr, die Zentrale für die Elektrizitätsversorgung der Stadt wurde ebenso gestürmt, wie Logistikzentren für die Bullen und die öffentliche Verwaltung, um mit den erbeuteten Materalien das Gefängnis stürmen zu können.
Fahrzeuge und Gebäude der staatlichen Medien wurden angegriffen, wichtige Verbindungsstrassen in die Stadt ebenso blockiert, wie der Zugang zum wichtigsten Industriegelände.

Kairo

Auch heute Nachmittag Kämpfe mit den Bullen in der Nähe des Tahrir Platzes, so in der Mohamed Mahmoud Strasse, dort kämpfen Aufständische mit Steinen und Molotovs gegen die Bullen.
Zuvor hatten die Bullen eine Demo in Richtung des Parlamentsgebäude mit Reizgas aufgelöst. Ebenfalls heute nachmittag geht ein Lager der Armee in Kairo in Flammen auf.
Die Ultras von Al Ahly haben erklärt, es habe bisher keine Urteile gegen die Bullen, Militärs und Politiker gegeben, die für das Massaker im Stadion von Port Said verantwortlich seien, gegeben.

Der Prozess gegen einige Bullen und für die Sicherheit im Stadion Verantwortlichen wird erst im März stattfinden.
Am Nachmittag zogen hunderte Ultras zum Innenministerium und lieferten sich dort Kämpfe mit den Bullen.

Der nationale Sicherheitsrat, in dem die Moslembrüder und hohe Militärs zusammensitzen, hat heute getagt und öffentlicht angekündigt, dass er über eine Verhängung des Ausnahmezustandes nachdenke und eine allgemeine Ausgangssperre für bestimmte Regionen des Landes in Betracht ziehe.

Und die Solidarität?

Der angekündigte Muris Besuch in Berlin wird nun nicht, wie berichtet am Dienstag stattfinden, sondern erst am 30.01.
Mursi wird am Flughafen Tegel landen und dort von Merkel mit dem üblichen „militärischen Ehren“ begrüsst werden…..

„…Wir halten es also für angebracht, einen Aufruf zu lancieren, zum Angriff überzugehen, die laufende revolutionäre Welle in Ägypten dort, wo wir uns befinden, mit unseren eigenen Ideen, mit unseren eigenen Mitteln zu unterstützen. Wenn in Alexandria, in Kairo, in Malhalla,… tausende Personen sich in die Schlacht für eine neue Welt werfen, dann lasst uns dafür sorgen, dass jeder Repräsentant des Ägyptischen Staates und Kapitals überall auf der Welt den Konflikt vor seine Tür getragen findet….“

Aus einem aktuellen Aufruf von Anarchisten aus Belgien, auf deutsch auf andiewaiseindesexistieren

Ägypten: Wie das Meer

Der folgende Text wurde auf deutsch auf andiewaisendesexistierenden veröffentlicht, der französiche Ursprungstext auf Hors Service, einer anarchistische Zeitung aus Belgien

Die soziale Revolution ist wie das Meer. Ihre Wellen folgen eine auf die andere, prallen an den Hindernissen auf, die sich zeigen, und zerschlagen sie oder weichen vor ihnen zurück. Mit der ganzen Gewalt eines unzähmbaren Aufschwungs zerstören sie Schlag auf Schlag die Überbleibsel der Macht, der Ausbeutung und der Unterdrückung. Eine erste Welle, riesig und unerwartet, hat die Diktatur von Mubarak mit sich fortgespült. Eine zweite sorgte dafür, dass sich die Armee zurückzog, die im Begriff war, die Macht zu übernehmen. Eine dritte ist heute dabei, sich gegen die neue Ordnung zu erheben, welche die Islamisten aufzuerlegen versuchen.

Der wahre revolutionäre Strudel gehorcht keiner Partei, keinem Chef, keiner Macht. Im Gegenteil, sie sind seine unversöhnlichen Feinde. Sie werden weggefegt werden, je mehr sich dieser vertieft. Zwischen der sozialen Revolution, die jedes Verhältnis umstürzen wird, das auf der Ausbeutung und der Herrschaft basiert, und den Betrügern, den Chefs, den Meistern, den Parteien, den Kapitalisten, den Autoritären aller Schattierungen, kann es nur einen Kampf bis zum Ässersten geben. Denn die Freiheit und das Ende der Ausbeutung setzen die Zerstörung von jeglicher Macht und des Kapitalismus voraus.

Es nicht im Geringsten überraschend, dass die anstrebenden Mächtigen versuchen, auf der revolutionären Welle zu surfen, die gegenwärtig das Land des Nils erfasst; es ist nicht überraschend, wenn neue Führer versuchen, sich durchzusetzen, indem sie täuschen und betrügen, unter Beihilfe der Medien und Regierungen von hier, die von der „Opposition“ sprechen; es ist nicht überraschend, dass sich der wahre revolutionäre Aufschwung durch kein Parteiprogramm, kein Referendum, keine Fahne äussert, und von keiner Hochburg der Macht auf der Welt erkannt wird. Sicher, diejenigen, die heute in Ägypten gegen die gegenwärtige Macht kämpfen, bilden keinen homogenen Block, ebensowenig, wie sie alle nach einer wahren sozialen Revolution streben. Die laufenden Kämpfe werden von tausenden Widersprüchen durchdrungen: zwischen den Gegnern, die eine verfassungsgebende Versammlung ohne den vorwiegenden Einfluss der Islamisten fordern, und denjenigen, die in der parlamentarischen Demokratie kein Heil sehen, zwischen jenen, die für Lohnerhöhungen und akzeptablere Arbeitsbedingungen kämpfen, und denjenigen, die alle Bosse vertreiben wollen, zwischen jenen, die kämpfen, aber ohne die Vorurteile, die herrschende Moral, die jahrtausendealten Unterdrückungstraditionen zu hinterfragen, und denjenigen, die, in ein und demselben Kampf, ebensosehr gegen die staatliche Macht kämpfen, wie gegen die erdrückende Last des Patriarchats, zwischen jenen, welche die Nationalflagge schwenken, und denjenigen, die ihre Kämpfe mit dem Kampf der Ausgebeuteten überall sonst auf der Welt verbinden… Doch es ist zweifellos das, worin sich die Stärke der Revolution befindet, die in Ägypten im Gange ist: Über alle Widersprüche hinaus, ist sie im Schoss der Ausgebeuteten und Unterdrückten entstanden. Hier ist es, wo die wahre Schlacht geliefert wird.

Das, was in Ägypten passiert, wird überall auf der Welt, wo Menschen am kämpfen sind, ein Echo haben. Wenn sich die Islamisten aller Tendenzen während Jahren vor Millionen von Leuten auf dem Planeten als soziale Kämpfer präsentieren konnten, wird ihre Maske vielleicht heute in Ägypten fallen, so, wie sie bereits in anderen Regionen fällt (denken wir an den Süden von Tunesien). Die soziale Revolution in Ägypten wird vielleicht das Grab der Islamisten und der religiösen Reaktion sein, die sich hinter einer angeblichen sozialen Emanzipation verhüllt.

Auf der Grundlage der internationalen revolutionären Solidarität befindet sich die eigene Wiedererkennung in den Kämpfen, die anderswo geliefert werden. Ein Zuschauer der aufständischen Aufwallung in Ägypten zu bleiben, kann nur zu ihrer Isolierung und ihrer Erstickung beitragen. Um den wahren revolutionären Aufschwung dort untern zu unterstützen und zu verstärken, denjenigen, der danach strebt, jeglicher Ausbeutung und jeglicher Macht ein Ende zu setzen, müssen wir agieren. Uns in das Getümmel werfen, bewaffnet mit der Idee der Freiheit, der wirklichen Freiheit.

Wir halten es also für angebracht, einen Aufruf zu lancieren, zum Angriff überzugehen, die laufende revolutionäre Welle in Ägypten dort, wo wir uns befinden, mit unseren eigenen Ideen, mit unseren eigenen Mitteln zu unterstützen. Wenn in Alexandria, in Kairo, in Malhalla,… tausende Personen sich in die Schlacht für eine neue Welt werfen, dann lasst uns dafür sorgen, dass jeder Repräsentant des Ägyptischen Staates und Kapitals überall auf der Welt den Konflikt vor seine Tür getragen findet. Dass jeder Staatsmann, Kapitalist und Diener der Ordnung der ganzen Welt in seinem Nacken den Hauch der sozialen Revolution verspürt.

Knüpfen wir durch die Aktion Verbindungen zwischen den Aufstandsherden überall auf der Welt!
Für die Zerstörung von jeglicher Macht!

[

Ägypten- update 19.00

Unser Bericht von 19:00 auf linksunten

Protestzüge in allen grösseren Städten, die Islamisten ziehen es im Gegensatz zu den letzten Protesten im Dezember vor, nicht auf der Strasse präsent zu sein, auch die Armee hält sich im Hintergrund, das Drecksgeschäft wird den Bullen der Aufstandsbekämpfungseinheiten überlassen. Unvollstädige Splitter vom Nachmittag/ frühen Abend.

In Alexandria kommt es am späten Mittag zu schweren Zusammenstössen vor dem lokalen Regierungssitz, Hunderte kämpfen gegen die Bullen.
Die Leute vom black bloc, die gerade in Ägypten richtig Furore machen, alle Massenmedien berichten darüber, stürmen währendessen das Gericht in Alexandria, vor dem es bereits letzten Sonntag zu schweren Zusammenstössen kam, weil das Verfahren gegen mehrere Bullen wegen der Morde an Demonstranten während des Aufstandes gegen Mubarak, kurzfristig abgesagt wurde.
Später kommt es zu Kämpfen vor der Al-Manshia Bullenstation, Hunderte haben sich davor versammelt, beschimpfen die Bullen, beide Seiten bewerfen sich mit Steinen, die Bullen schiessen in die Luft, um zu verhindern, dass die Bullenwache gestürmt wird. Währenddessen ziehen tausende Demonstranten durch die Stadt.

In Kairo sind vier Demozüge in Richtung Tahrirplatz unterwegs, die immer weiter anschwellen, während die Kämpfe an der Betonbarriere seit den Morgenstunden andauert, auch hier werfen beide Seiten mit Steinen aufeinander, Molotovs fliegen auf die Bullen.

Die Kämpfe in Alexandria vor dem Regierungssitz dauern weiterhin an, massiver Einsatz von Reizgas, während vor der Bullenwache Bewaffnete mit Schwerter auftauchen, die Demonstranten angreifen.

In Suez kommt es am frühen Nachmittag ebenfalls zu schweren Kämpfen mit den Bullen, als diese einen Demonstrationszug vor dem lokalen Regierungssitz mit Reizgas beschiessen.
In Kairo wird einer der Demozüge von einem Hoteldach aus mit Steinen und Flaschen beworfen, Aktivisten machen Mitglieder der Moslembrüder dafür verantwortlich. Hunderte spalten sich daraufhin vom Demozug ab und ziehen zum naheliegenden Büro der Moslembrüder, werden dort unter Feuer genommen.

In Ismailia wird das Büro der Moslembrüder gestürmt und teilweise in Brand gesetzt.

In Port Said gehen jetzt Tausende mit den Ultras, die gestern vorübergehend Teile des Hafens besetzt haben , auf die Strasse.

In Alexandria eskaliert die Lage weiter, das Regierungsgebäude steht kurz vor dem Sturm, Aktivisten erklären, man werde als erstes Bilder der während des Aufstandes gegen Mubark getöteten Demonstranten an dem Gebäude aufhängen.
Gegen 17.00 Ortszeit wird eine Presseerklärung von mehreren oppositionellen Gruppen veröffentlicht, dass die Bullen in Alexandria zwei Demonstranten erschossen haben.
Die Regierungsbehörden dementieren dies.

Es wird von massiven Truppenkonzentrationen an den Zufahrtsstrassen nach Kairo berichtet.
Das Militär gibt eine Presseerklärung heraus, man werde nicht gegen Zivilisten vorgehen, es handele sich um Routineoperationen.

In Ismailia wurde währendessen die Fassade des Regierungsgebäude massiv mit Steinen bombadiert, es wird versucht, das Gebäude zu stürmen.

Am frühen Abend hat der black bloc seine Ankündigung wahrgemacht, und ist zum Präsidentenpalast gezogen und nicht wie alle anderen zum Tahrir Platz. Als versucht wird, die Stacheldrahtverhaue zu durchbrechen, schiessen die Bullen massiv Reizgas.

In Sharqiya ziehen am Abend Hunderte zum Privatsitz von Präsident Mursi, greifen die dort stationierten Bullen mit Steinen und Molotovs an.