„Wieder Flüchtlingstragödie in der Ägäis – Zahlreiche Tote und Vermisste vor griechischer Küste“

In der Ägäis sind abermals zwei Flüchtlingsboote untergegangen, mindestens 18 Personen sollen dabei ertrunken sein. Zahlreiche Einwanderer werden noch vermisst.

FAZ

eim Untergang von zwei Flüchtlingsbooten mit mehr als 60 Menschen an Bord sind in der Ägäis nach neuesten griechischen Behördenangaben mindestens 18 Menschen ertrunken. 36 Flüchtlinge konnten gerettet werden, die übrigen gelten vorerst als vermisst. Die Umgebung der Unglücksstelle werde mit mehreren Schiffen und einem Hubschrauber abgesucht, teilte die Küstenwache mit.

Wie die Nachrichtenagentur dpa von der Küstenwache erfuhr, seien im Meer zunächst vier Leichname entdeckt worden. Weitere 14 Tote seien später in den Maschinen- und Aufenthaltsräumen im Inneren des einen gekenterten Bootes entdeckt worden. Eine offizielle Erklärung der Küstenwache lag zunächst nicht vor. Unter den Opfern seien vier Kinder und zwölf Frauen. Die genaue Zahl der Vermissten blieb unklar.

Die geretteten Einwanderer sagten, an Bord seien 60 bis 65 Menschen gewesen. Unklar sind die Ursachen des Unglücks. In der Region herrschte am Montag gutes Wetter ohne starke Winde.

Enorme Gewinne für Schleuser
Die Immigranten waren von der türkischen Küste gegenüber der Insel Samos gestartet. Sie sendeten am frühen Montagmorgen ein Notsignal. Örtliche Medien berichteten, die Flüchtlinge stammten mehrheitlich aus Somalia und Syrien. Erst am Vortag hatte die griechische Küstenwache 146 Immigranten im offenen Meer zwischen der Halbinsel Peloponnes und Malta sowie weitere 90 Flüchtlinge in der Ägäis aufgegriffen.

Schleuserbanden versuchen immer wieder, von der türkischen Küste über die Ägäis Immigranten aus Nordafrika und Asien nach Griechenland und damit in die Europäische Union zu bringen. Die Gewinne der Schleuser sind nach den Worten von Offizieren der Küstenwache enorm. Für die Überfahrt von der türkischen Ägäisküste zu einer der griechischen Ägäisinseln kassieren sie zwischen 400 Euro und 600 Euro pro Person.