„Kampf gegen IS-Milizen: Iraks Premier will von Deutschland Waffen“

Im Kampf gegen die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ sucht die irakische Regierung Unterstützung – auch aus Deutschland. Premier Nuri al-Maliki fordert von Berlin jetzt Hilfe beim Kauf von Waffen.

spiegel online

Appell des irakischen Regierungschefs: Nuri al-Maliki bittet im Kampf gegen die Extremistengruppe „Islamischer Staat“ (IS) auch Deutschland um militärische Unterstützung. „Wir brauchen keine Soldaten, allerdings brauchen wir Hilfe bei der Bewaffnung und hoffen auf eine schnelle Antwort von Ländern, mit denen wir einen Kauf vereinbaren wollen“, sagte er in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung.

Derzeit sei der Irak dabei, leichte und mittlere Waffen von Deutschland zu kaufen. „Hier brauchen wir Hilfe.“ Wie diese konkret aussehen soll, führte der Premier nicht aus.

Außerdem könnten Deutschland und andere Länder seiner Regierung „durch politische und diplomatische Solidarität“ beistehen, indem sie Druck auf die Länder der Region ausüben, „die den Terror unterstützen“, sagte Maliki. Allein könne der Irak den Kampf gegen die Terrorgruppe nicht gewinnen.

Maliki ist innerhalb und außerhalb seines Landes hochumstritten. Dem schiitischen Premier wird vorgeworfen, die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen geschürt zu haben. Er habe die Sunniten im Irak zu wenig in die politischen Entscheidungsprozesse einbezogen.

Die sunnitische Gruppe „Islamischer Staat“ hat Teile des Irak und Syriens unter ihre Kontrolle gebracht. Der Terrorgruppe werden zwei Anschläge am Donnerstag zugeschrieben, bei denen in der irakischen Hauptstadt Bagdad mindestens zehn Menschen ums Leben kamen. Dutzende Bewohner wurden verletzt.