„Islamischer Staat bekennt sich zu tödlicher Anschlagsserie“

NZZ

Die sunnitische Extremistengruppe Islamischer Staat hat nach eigenen Angaben am Wochenende in der irakischen Hauptstadt Bagdad zugeschlagen: Die Organisation übernahm in der Nacht zum Sonntag die Verantwortung für vier Anschläge mit mindestens 27 Toten. In einer Mitteilung im Internet wurden die Namen zweier Selbstmordattentäter genannt, darunter offenbar auch ein Deutscher.

Seit dem Vormarsch der Organisation Islamischer Staat im Juni versucht die irakische Regierung alles, um die Hauptstadt zu schützen. Doch explodierten am Samstag dort drei Bomben binnen zehn Minuten in verschiedenen Stadtteilen und töteten mindestens 15 Personen und verletzten 42 weitere. Später explodierte noch eine Bombe an einer Bushaltestelle im Viertel Chasimija, wo bereits zuvor ein Sprengsatz detoniert war. Drei Personen kamen dabei ums Leben.

Schon vor der Serie hatte sich am Morgen ein Selbstmordattentäter im Süden von Bagdad an einem Polizeiposten in die Luft gesprengt und mindestens neun Personen mit in den Tod gerissen. Der Anschlag traf den schiitischen Stadtteil Abu Daschir, wie die Polizei mitteilte. 19 Personen seien dort verletzt worden, darunter sechs Polizisten. Auch unter den Toten waren den Angaben zufolge vier Polizeibeamte.

In ihrer Mitteilung hiess es, die Gruppe sei verantwortlich für zwei Selbstmordattentate und die Explosion zweier geparkter Autos. Ziel seien irakische Sicherheitskräfte gewesen sowie schiitische Freiwillige, die gegen die sunnitische Miliz kämpfen. Es wurde auch ein zweiter Selbstmordattentäter genannt, offenkundig ein Syrer. Ob die Erklärung echt ist, liess sich nicht überprüfen. Sie erschien aber auf einer Webseite, die häufig von den Extremisten genutzt wird.

Ein Militärsprecher dementierte am Samstag Berichte, wonach Camp Speicher an die Extremisten gefallen sein soll. Regierungstruppen hätten deren Angriff am Freitag zurückgeschlagen, sagte er. Ein Bewohner Tikrits sagte der Nachrichtenagentur AP, dass auch am Samstag noch gekämpft wurde, aber dass die Dschihadisten nicht in den Stützpunkt gelangt seien.