Ankündigung

Berlin: Veranstaltung zu Syrien am 06.03.2014

„Syrien-Doku auf Arte: Der singende Torwart und der Krieg“

Drei Jahre sind seit dem Beginn des Aufstands in Syrien vergangen. Die Arte-Doku „Homs – Ein zerstörter Traum“ zeigt anhand eines jungen Mannes, wie das Land in den Bürgerkrieg abgerutscht ist – und wozu Menschen fähig sind, im Guten wie im Schlechten.

Christoph Sydow auf spiegel online

Bis zum Frühjahr 2011 ist der Fußballplatz der wichtigste Ort für Baset al-Sarout. Der junge Mann aus Homs ist ein kleiner Star in seinem Stadtteil. Als Fußballtorwart hat es der 19-Jährige immerhin bis in die syrische Jugendnationalmannschaft gebracht.

Als vor fast genau drei Jahren in Syrien die Menschen anfangen, gegen das Regime von Baschar al-Assad zu demonstrieren, werden die Straßen von Homs der wichtigste Ort für Baset. Er und seine Freunde organisieren Demonstrationen, zu denen immer mehr Syrer strömen.

Baset ist ein charismatischer Mann, oft klettert er während der Kundgebungen auf ein Podest und stimmt Revolutionslieder an. Darin besingt er seine Träume von einem Leben in Freiheit, einem Syrien ohne Assad. Bei seinen Auftritten wird Baset von Aktivisten begleitet, die seine Gesänge filmen. Die Videos werden bei YouTube hochgeladen, und der singende Torwart wird immer bekannter.

Diese Bilder sind der Ausgangspunkt des Dokumentarfilms „Homs – Ein zerstörter Traum“, der am Dienstagabend auf Arte ausgestrahlt wird. Beim Sundance-Festival in den USA ist der Film im Januar ausgezeichnet worden. Für die Doku wurden 300 Stunden Filmmaterial zusammengeschnitten, das von dem syrischen Produzenten Orwa Nyrabia außer Landes geschmuggelt wurde.

„Die Welt sieht zu, wie einer nach dem anderen getötet wird“

Der Film zeichnet anhand von Baset und seinen Freunden die verschiedenen Etappen des Aufstands gegen Assad nach. Es fängt an mit friedlichen Demonstrationen, die das Regime brutal niederschlägt. Ein Regierungsgegner in Homs stellt sich den Sicherheitskräften entgegen, indem er einfach ein Schild mit der Losung „Friedlich, friedlich“ über seinem Kopf in die Luft reckt. „Wir haben ihn in dieser Nacht verloren“, lautet der lapidare Kommentar seiner Freunde.

Die Armee tötet bei einem Angriff Basets Bruder Walid und andere Angehörige. Die Oppositionellen müssen einsehen, dass sie das Regime nicht allein durch Gesänge und Demonstrationen stürzen können. Aus den friedlichen Protestlern werden bewaffnete Kämpfer, aus jungen Männern, für die Religion kaum eine Rolle spielte, werden gläubige Muslime.

Doch die Kalaschnikows sind nicht die einzigen Waffen der Aufständischen. Ständig läuft eine Kamera, die den Alltag von Baset und seinen Freunden aufzeichnet und die auch die Verbrechen der syrischen Armee dokumentiert. Die jungen Männer hoffen auf ein Eingreifen der Nato – und werden enttäuscht. „Die Welt sieht zu, wie einer nach dem anderen von uns getötet wird“, sagen sie resigniert.

Nicht nur Baset und seine Kameraden verändern sich, auch Homs ist Ende 2012 kaum noch wiederzuerkennen. Ganze Stadtteile sind Ruinenlandschaften geworden, Scharfschützen des Regimes machen die Straßen unsicher. Ein normales Leben ist unmöglich geworden.

Baset selbst wird schwer verwundet. Doch schlimmer noch als die körperlichen Verletzungen ist das seelische Leid. „Gottes größtes Geschenk ist das Vergessen“, sagt er einmal – und doch verrät sein Blick, dass der junge Mann vieles erlebt hat, das er niemals wird vergessen können.

Der Film endet im Juli 2013 als Baset, nachdem er seine Beinverletzung in einem Dorf außerhalb der Stadt auskuriert hat, wieder ins belagerte Homs zurückkehrt. Die letzte YouTube-Aufnahme des Protagonisten stammt vom 18. Februar dieses Jahres. Baset steht inmitten einer Gruppe von Kämpfern in Homs. Er singt.

„Homs – Ein zerstörter Traum“, Dienstag, 04.03.2014, 20.15 Uhr, Arte

Hinweis rg:

Der Film ist eine Woche lang nach der Ausstrahlung auch auf der arte Mediathek aufrufbar.

Erfahrungsgemäß werden die wichtigsten Reportagen von arte auch auf youtube gepostet.

Berlin: Kundgebungen gegen die tödlichen Schüsse der Grenzbullen/Ceuta

Schluss mit Mord und Verfolgung an den Toren der Festung Europa!

Am 6. Februar 2014 versuchten 400 Migrant_innen in einer kollektiven Aktion die hochgerüstete Grenze der spanischen Enklave Ceuta (eine der zwei direkten Außengrenzen der EU auf afrikanischem Boden) vom Meer aus zu überwinden. Beantwortet wurde der Versuch, auf EU-Territorium zu gelangen, mit Gummigeschossen und einer mörderischen Menschenjagd durch die spanische und marokkanische Grenzpolizei. Mindestens 15 Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben, Dutzende wurden verletzt und illegal nach Marokko zurück geschoben.

Bereits 2005 gingen Berichte vom Sturm auf die Zäune von Ceuta und Melilla durch hunderte Migrant_innen um die Welt – damals sind 16 Menschen ums Leben gekommen, einige auch durch Schüsse. Es gab viele weitere Vorfälle, bei denen Menschen an der Grenzbefestigung getötet wurden oder unter den Augen der spanischen Guarda Civil in der Meerenge zwischen Spanien und Marokko ertranken. In Marokko sind rassistische Verfolgung und Gewalt gegen meist aus Subsahara-Afrika kommende Migrant_innen seit Jahren alltäglich. Immer wieder überfallen Polizist_innen die Lager der Migrant_innen in den Wäldern nahe Ceuta und Melilla, brennen Zelte und Hütten nieder und verprügeln und foltern diejenigen, die sie erwischen. Hinzu kommt, dass es regelmäßig in den marokkanischen Städten Razzien in den Wohnquartieren von Migrant_innen gibt, bei denen schon mehrere Menschen den Tod fanden.
Schließlich: Nirgends ist dokumentiert, wie viele der Migrant_innen ihr Leben verloren haben, nachdem sie durch die marokkanische Polizei in die Wüste gebracht und ausgesetzt wurden – was ebenfalls zum Alltag in Marokko gehört.

Die mörderische Menschenjagd an den EU-Außengrenzen zwischen Spanien und Marokko ist direkte und durch alle EU-Mitgliedstaaten in Kauf genommene Folge der umfassenden Militarisierung und Externalisierung der EU-Außengrenzen. Sie ist Teil des Krieges des EU-Migrationsregimes und seiner Verbündeten gegen alle, die sich das Recht auf Bewegungsfreiheit zwischen Afrika und Europa nehmen. Der marokkanische Staat bringt sich in diesem Szenario als zuverlässiger Torwächter der EU in Stellung. In der Hoffnung auf privilegierte ökonomische und politische Beziehungen zu den europäischen Mächten schafft er eine Situation der Vorhölle für Migrant_innen an den Mauern der Festung Europa. Und daran kann auch der Umstand nichts ändern, dass die marokkanische Regierung auf Druck von MigrantInnen- und Flüchtlingsorganisationen eine Legalisierungskampagne begonnen hat. Denn die Bedingungen sind für die meisten MigrantInnen unerfüllbar.

Als transnationales Netzwerk Afrique Europe Interact sagen wir laut und deutlich Nein zum militarisierten Grenzregime der EU. Wir erklären unsere Solidaritaet mit allen, die sich in Ceuta, Melilla und anderswo ihr Recht auf Bewegungsfreiheit nehmen und unter Lebensgefahr versuchen, Zäune trotz Überwachungsanlagen und Patrouillenbooten zu überwinden. Wir gedenken der Toten von Ceuta und Melilla und allen, die durch die Festung Europa ihr Leben verloren haben.

Wir fordern:

Schluss mit der Hochrüstung und Externalisierung der EU-Grenzen!
Schluss mit der Kollaboration des marokkanischen Staates mit dem EU-Grenzregime!
Öffnung der Grenzen von Ceuta und Melilla, unbeschräkter freier Personenverkehr zwischen Afrika und Europa. Bewegungsfreiheit überall!
Aufklärung der Todesfälle an den Grenzen von Ceuta und Melilla und Bestrafung der Täter_innen!

Dienstag, den 25. Februar 2014 : Kundgebungen vor der Spanischen und Marokkanischen Botschaft in Berlin

11:00 Uhr: Spanische Botschaft: Lichtensteinallee 1 (Tiergarten)

12:30 Uhr: Marokkanische Botschaft: Niederwallstr. 39 (Mitte)

Übernommen von afrique-europe-interact.net

Veranstaltung in Freiburg: „Syrien – Katastrophe ohne Ende?“

Vor­trag und Dis­kus­si­on mit Tho­mas von der Os­ten-​Sa­cken

Vor drei Jah­ren war die Hoff­nung groß: Plötz­lich fan­den sich Teile der ara­bi­schen Ge­sell­schaft nicht mehr mit den au­to­ri­tä­ren Re­gi­men im Nahen Osten zu­sam­men, um Is­ra­el-​ und USA-​Fah­nen zu ver­bren­nen, son­dern rich­te­ten ihren Zorn gegen die ei­ge­nen Herr­scher*innen. Es roch nach Auf­bruch. Lang­jäh­ri­ge Dik­ta­to­ren wur­den ge­stürzt, so in Tu­ne­si­en, Ägyp­ten und Li­by­en. Auch in Sy­ri­en schien es einem blut­rüns­ti­gen Hen­ker end­lich an den Kra­gen zu gehen. Doch das As­sad-​Re­gime hält sich bis heute mit un­vor­stell­ba­rer Bru­ta­li­tät an der Macht, die Men­schen lei­den unter einem furcht­ba­ren Bür­ger­krieg, dem nicht nur Zehn­tau­sen­de aus der Zi­vil­be­völ­ke­rung zum Opfer fal­len, son­dern der auch un­zäh­li­ge Is­la­mist*innen ins Land lockt. Wäh­rend Russ­land, der Iran und die Hiz­bol­lah das Assad Re­gime mit Geld, Waf­fen und Kämp­fern stützt, lässt der Wes­ten die de­mo­kra­ti­sche Op­po­si­ti­on im Stich.

Der Über­blick fällt zu­neh­mend schwer. Wer sind und was wol­len die ver­schie­de­nen Ak­teur*innen? Wer kämpft gegen wen? Wel­che in­ter­na­tio­na­len In­ter­es­sen tref­fen in dem Kon­flikt auf­ein­an­der? Wie ist das Agie­ren Russ­lands, des Iran, der USA ein­zu­schät­zen? Wel­che Be­deu­tung hat das alles für Is­ra­el? Haben die Men­schen in Sy­ri­en noch Aus­sicht auf den Sturz des Re­gimes? Und ist über­haupt noch etwas üb­rig­ge­blie­ben vom „ara­bi­schen Früh­ling“? Ist die Hoff­nung auf mehr De­mo­kra­tie und Eman­zi­pa­ti­on in Sy­ri­en und der ara­bi­schen Welt ver­geb­lich?

Tho­mas von der Os­ten-​Sa­cken ist Ge­schäfts­füh­rer der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Wadi e.V. und als sol­cher seit über 20 Jah­ren re­gel­mä­ßig im Nahen Osten un­ter­wegs. Au­ßer­dem ist er frei­er Pu­bli­zist und schreibt u.a. für die Jung­le World und die Welt.

Ver­an­stal­tet von:
An­ti­fa­schis­ti­sche In­itia­ti­ve Frei­burg
In­for­ma­ti­ons­zen­trum Drit­te Welt
LAK Shalom Ba­den-​Würt­tem­berg der Link­ju­gend [‘solid]
Re­fe­rat gegen Fa­schis­mus

Frei­tag, 7. März 2014, 19 Uhr
Uni­ver­si­tät Frei­burg, KG I, HS 1098

Kundgebung in Berlin gegen tödliche push-back Operation der griechischen Küstenwache

Kundgebung in Berlin gegen tödliche push-back Operation der griechischen Küstenwache

Ein mit 28 Flüchtlingen besetztes Boot ist in der Nacht zum Montag in griechischen Gewässern von einem Schiff der griechischen Küstenwache nach einem Motorschaden geortet und anschliessend in Schlepp genommen worden.
Die Flüchtlinge wurden trotz hohem Seegang nicht an Bord des Küstenwachschiffes genommen, sondern mussten an Bord des Bootes verbleiben, das mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Türkei geschleppt wurde. Während des Abschleppvorgangs wurde das Boot im Bereich der Vertauung beschädigt und Wasser drang ins Boot ein. Trotzdem wurden die Menschen weiterhin nicht evakuiert, im Gegenteil wurden Flüchtlinge anfänglich daran gehindert, sich aus dem sinkenden Boot auf das Schiff der Küstenwache zu retten. Am Ende ertranken neun Kinder und drei Frauen.

Bericht der überlebenen Flüchtlinge (eng)

Die griechischen Grenzschutzbehörden gegen im Auftrag der mörderischen FRONTEX Mission seit Jahren brutal gegen die Migrationsbewegungen an den EU Aussengrenzen vor. Flüchtlinge berichten von massiven körperlichen Misshandlungen und Verletzungen jeglicher internationalen Vereinbarungen zum Schutz von Flüchtlingen. Auch die push-back Operationen, bei denen die Flüchtlinge in ihren Booten einfach wieder in türkische Gewaässer zurückgeschleppt und ihre Boote dann noch auf See zerstört werden, sind schon vielfach von diversen Flüchtlingshilfe-und Menschenrechtsorganisationen dokumentiert worden.
In Griechenland gab es schon kurz nach der tödlichen Aktion erste grössere Proteste, so zog auch eine Demo zum Bullenrevier, in dem die Überlebenen festgehalten wurden.
In Berlin lebende GenossInnen aus Griechenland rufen nun für den kommenden Samstag zur einer Kundgebung vor der griechischen Botschaft auf.

Solidaritätskundgebung: Samstag, 01.02., 12.00 Uhr vor der griechischen Botschaft
Jägerstrasse 54, Berlin Mitte (u2/U6 Stadtmitte)

Aufruf in englisch:

Action regarding FARMAKONISI – No more dead refugees in the Aegean sea.

On Tuesday, 21st of January, in the territory of Farmakonisi Greece, a small island in the Aegean, 12 refugees from Afghanistan and Syria (with nine children amongst them) were drowned. According to the testimonies of the survivors (which were rescued due to the interference of Turkish boats) this is a crime that was committed from men of the Greek coastal guard, under the command of the Greek government and the support of the European Union. The survivors describe horrible and inexplicable pictures. Greece has been turned into a huge concentration camp and Europe refuses to open its gates to the victims of war and poverty, for whom is also responsible. THE ON-GOING MURDERS OF THE REFUGEES MUST STOP. The Dublin II Regulation, which imprisons thousands of people in the countries of the European South, must be reconsidered. The Greek authorities and the European Union MUST assume responsibility. We invite everyone to participate to the Solidarity demo we organize, on Saturday 1 February at 12.00 at the Greek Embassy. Since the incident has received very little publicity, OUR VOICE matters.

Refugee Solidarity Group

Weitere Infos:

Stellungnahme der „Anarchosyndicalist Initiative Rocinante“ aus Griechenland

twitter: #Farmakonisi

Ausnahmensweise mal Werbung

Die neue wildcat

mit dem Beitrag Dead End: Ägypten nach dem Putsch ist erschienen, entweder im Abo oder hier

Eurosur muss baden gehen!”

Aufrüstung nach außen, Kontrolle nach innen: Eine Bestandsaufnahme zum Migrationsregime der Europäischen Union

Am 2. Dezember hat die EU ihr neues Grenzkontrollsystem EUROSUR gestartet. Es vernetzt die Grenzbehörden der meisten EU-Mitgliedstaaten – untereinander, aber auch mit Nachbarländern wie etwa Libyen. EUROSUR bündelt zivile und militärische Informationen, um die europäischen Grenzen gegen Flüchtlinge abzuschotten. Die Daten stammen von Satelliten und Radarstationen, Flugzeugen, Drohnen oder Schiffsortungssystemen – und laufen im Hauptquartier der EU-Grenzagentur FRONTEX in Warschau zusammen. Mit Libyen, Ägypten und Tunesien werden auch die Länder des Arabischen Frühlings in die Überwachungsarchitektur des Mittelmeeres eingebunden.

FRONTEX selbst wird gleichzeitig immer weiter aufgerüstet und bekommt wachsende Befugnisse. Bislang konnte die Agentur für ihre Operationen nur Material von Polizeibehörden anfordern. Künftig sollen ihr die europäischen Armeen Kriegsgerät für Aufklärungszwecke zur Verfügung stellen. Zudem soll sie Flüchtende künftig direkt auf See zurückweisen können. Selbst außerhalb der europäischen Territorialgewässer will FRONTEX Flüchtlingsboote anhalten, durchsuchen und sogar zurück schleppen. Eine Verpflichtung zur Seenotrettung soll es hingegen auch künftig nicht geben.

Ursprünglich sollte die Aufrüstung der EU-Außengrenzen mit dem Abbau der Binnengrenzen einhergehen. Diese viel gepriesene Reisefreiheit – unabhängig von Nationalität und Herkunft – ist Geschichte: Im Schengener Abkommen festgelegte „Ausgleichsmaßnahmen“ sehen rassistische Kontrollen vor, die längst keinen Stichprobencharakter mehr haben. Mehrmals jährlich finden in fast allen EU-Mitgliedstaaten gleichzeitige Polizeioperationen gegen Geflüchtete statt.

Auf Druck Deutschlands und Frankreichs wurde das Schengen-Regelwerk geändert, im Falle von zuviel unerwünschter Einwanderung kann ein Land die jahrelange Kontrolle seiner Binnengrenzen nach Gutdünken wieder einführen. Gleichzeitig werden neue Datenbanken gegen unerwünschte Migration errichtet oder die Zweckbestimmung vorhandener Systeme umgeschrieben.

In der Veranstaltung geben wir einen Überblick über die Migrations- und Asylpolitik der Europäischen Union. Wir beschreiben aber auch kleinere und größere Möglichkeiten des Widerstands. Hierzu gehört die unermüdliche Arbeit von Welcome2Europe ebenso wie das Projekt „Watch the Med“, das die menschenverachtende Migrationspolitik im Mittelmeer dokumentiert.

Mit:

Matthias Monroy
Helmut Dietrich (Forschungsgesellschaft Flucht und Migration)
Christian Jakob (taz)
Sidiqi Maqbol, Welcome2Europe

Donnerstag, 12. Dezember 2013 | 19 Uhr
Galerie Zeitzone, Waldemarstraße/ Adalbertstraße

Eine Veranstaltung von

Out of Control Berlin,
Welcome2Europe,
Watch the Med,
Forschungsgesellschaft Flucht und Migration

Veranstaltung: Scherbenhaufen Syrien

Martin Glasenapp von medico international berichtet über die aktuelle Situation und Hintergründe der Syrien-Krise.

Vor über 2 Jahren begann der zivile Aufstand gegen das Regime Bashar Al-Assads in Syrien. Massenhaft gingen Menschen gegen politische Repression und die wirtschaftliche Situation in fast allen Landesteilen auf die Strasse. Es gab die Hoffnung, dass der „arabische Frühling“ auch in Syrien zu einer Brise der Freiheit würde.

Im Nordosten Syriens vertrieben kurdische Kräfte regimetreue Polizei- und Militäreinheiten und schufen den Anfang einer lokalen demokratischen Selbstverwaltung. Von Anfang an ging das Assad-Regime mit äußerster Gewalt gegen Demonstrationen und Versammlungen vor. Die Regionalmächte Katar, Saudi-Arabien und Türkei nutzten die Situation, um ihre Machtstellung auszubauen, bewaffneten den Aufstand, suchten sich genehme Oppositionsgruppen wie die Muslimbrüder und schleusten Djihadisten ins Land. Gemeinsam mit der Propaganda der Assad-Regierung trugen sie zu konfessionellen und ethnischen Spaltung des Landes bei und eskalierten den Aufstand zum Bürgerkrieg. Mittlerweile wurden über 100.000 Menschen getötet, zwei Millionen Syrerinnen und Syrer haben das Land verlassen.

Die syrische Rebellion wurde von unterschiedlichsten Akteuren von Anfang an internationalisiert und beeinflusst auch die Nachbarländer. Syrien ist zu einem Schlachtfeld geworden, auf dem sich auch die Zukunft der gesamten Region entscheiden wird.

Die Situation ist für viele Linke in der BRD äußerst unübersichtlich. Unabhängige und verlässliche Informationen gibt es wenige. Deshalb wollen wir mit dieser Veranstaltung versuchen einige Fragen zu diskutieren. Wie sieht die Situation der oppositionellen Bewegung aus? Welche Rolle spielen die USA, Europa, Russland und die Türkei in diesem Konflikt? In welchem Interesse liegt ein Sturz der bestehenden Regierung und vor allem was folgt danach? Mit wem in Syrien sind wir als Linke solidarisch?

Martin Glasenapp koordiniert für die sozialmedizinische Hilfsorganisation medico international die Nahost- und Syrienarbeit.

03.12.2013 | 19:30 Uhr
Linkes Zentrum Hinterhof, Düsseldorf

Flyer zur Veranstaltung

Plakat zum Jahrestag der Kämpfe in der Mohammed Mahmoud Strasse