Texte der Recherchegruppe (rg)

Ägypten: Bewegung auf der Strasse, an den Unis und in den Betrieben

Am Donnerstag haben in Kairo erneut mehrere hundert Menschen gegen das Ende letzten Jahres verschärfte Demonstrationsrecht und für die Freilassung der inhaftierten Aktivisten demonstriert. (Bilder). Zu der Demo hatten verschiedene Gruppen, darunter die Revolutionären Sozialisten, sowie die Bewegung des 6. April aufgerufen.

Am 7. April hatte ein Berufungsgericht das Urteil gegen drei bekannte Aktivisten bestätigt, die während der Proteste gegen das Gesetz festgenommen und zu drei Jahren Haft verurteilt worden waren. Mit den Mitgründern des Bewegung des 6. April, Ahmed Maher und Mo­ha­med Adel sowie Ahmed Doma waren drei der bekanntesten ägyptischen Aktivisten inhaftiert worden. Bereits am Jahrestag der Gründung der Bewegung des 6. April hatten mehrere tausend Menschen mit einer Kundgebung die Gründung gefeiert und für die Freilassung der Inhaftierten demonstriert (Bericht dazu auf unserem blog) .

Für die kommenden Wochen sind weitere Aktionen geplant, so soll u.a. die wichtigste Nilbrücke blockiert werden und am 26. April soll eine Demo zum Präsidentenpalast führen.

Während der „traditionelle“ Protestfreitag mittlerweile fest in der Hand der Islamisten ist, und die Bullen jede Woche gnadenlos mit scharfen Waffen in die Demos der Anhänger der Muslimbrüder reinballern, was Woche für Woche Tote und Verletzte fordert, formiert sich sowohl an den Unis als auch in den Betrieben wieder verstärkt gesellschaftlicher und sozialer Widerstand.

Nachdem es landesweit an den Unis nach dem Coup der Militärs immer wieder zu Aktionen kam, wurde im Februar ein noch zu Mubarak – Zeiten erlassender Bann für Bullen auf den Universitätsgeländen wieder aufgehoben. Seitdem haben sich die Auseinandersetzungen an den Unis weiter zugespitzt. Die Bullen gehen auch hier immer häufiger mit scharfen Waffen vor, etliche Studenten wurden erschossen. Beteiligten sich anfänglich an den Unis fast ausschliesslich Unterstützer der Islamisten an den Protesten, ist inzwischen eine ganze Generation von Studenten im allgemeinen Aufstand.

Auch die Welle der Streiks geht wieder landesweit weiter, allein für die ersten beiden Monate des Jahres wurden über 50 grössere Arbeitskämpfe gemeldet.
Im März wurde dann landesweit der Busverkehr durch Streikende fast völlig zum Erliegen gebracht, wie auch bei anderen Streiks wurde auch hier das Militär eingesetzt. (Hintergrundberichte zu den Streiks in der Washington Post und auf marxist.com).

Zu den Protesten gegen das Versammlungsrecht siehe auch den Text vom 01.12.2013: „Wir brauchen keine Erlaubnis um zu Protestieren“, der von GenossInnen in einer Schnellübersetzung vom englischen ins deutsche übertragen wurde.

Haftstrafen gegen ägyptische Aktivisten bestätigt.

Ein Berufungsgericht in Kairo hat die Haftstrafen gegen drei prominente Aktivisten bestätigt.
Ahmed Maher, Mohamed Adel und Ahmed Doma waren in erster Instanz wegen der Proteste gegen das radikal verschärfte Demonstrationsrecht zu drei Jahren sowie Zahlung einer Geldstrafe verurteilt worden.

Die Bestätigung des Urteils erfolgte pikanterweise einen Tag, nachdem gestern in Kairo am Jahrestag des 6. April für die Freilassung der drei und aller anderen politischen Gefangenen protestiert wurde und viele an eine nicht angemeldeten Demo in Richtung Tahrir Platz teilgenommen hatten, wo sie auch der Gründung der Bewegung des 6. April gedachten.(Video). Der Platz selber war vom Militär mit Stacheldrahtverhauen versperrt worden , Panzer waren aufgefahren.

Ahmed Maher und Mohamed Adel gehören zu den Gründern der Bewegung des 6. April, nach dem heutigen Urteil versammelten sich erneut mehrere hundert Menschen und zogen vom Sitz der Journalistengewerkschaft zum Präsidentenpalast in Heliopolis, wo sie ein sit in begannen, das bis zur Freilassung der drei Angeklagten und zur Aufhebung der repressiven Versammlungsgesetze andauern soll.

In der Bewegung des 6. April, kam es in der Vergangenheit zu diversen Spaltungen und Zerwürfnissen, u.a. infolge der anfänglichen Unterstützung der Moslembrüder durch eine Teil der Organisation, sowie der Vorwürfe eines autokratischen Führungsstils durch die Spitzenfunktionäre.

Gleichzeitig sieht sich die Organisation durch einen Ende April beginnenen Verbotsprozeß bedroht, bei der ihr „unpatriotisches Verhalten“, sowie „Tätigkeit für eine ausländische Macht“ vorgeworfen wird. Während das Militärregime weiterhin jegliche Form von Ansätzen von Funamentalopposition gnadenlos aus dem Weg räumt und bei den Strassenprotesten nicht nur die Anhänger der Moslembrüder einfach abknallt, formiert sich sowohl an den Unis wie auch gestern und heute erstmalig in Kairo seiner langer Zeit wieder eine Strassenopposition, die nicht völlig in der Hand der Islamisten ist.

Weitere Proteste und Riots in Algerien

In Bejaia wollte Ex-Ministerpräsident Sellal eigentlich eine Wahlveranstaltung abhalten, aber das ging nach hinten los. Aufgebrachte Demonstranten stürmten das städtische Kulturzentrum, in dem er reden wollte und brachten das gesamte technische Equipment an sich. Anschliessend wurde das Gebäude sachgerecht zerlegt und angezündet. Mit den Bullen wurden sich heftige Auseinandersetzungen geliefert, zahlreiche Strassen waren verbarrikadiert.

Schon letzte Woche musste Sellal in Ouargla einen Wahlkampfauftritt vorzeitig abbrechen und wurden von den „Sicherheitskräften“ aus der Stadt eskortiert. Während nun eine weitere Rede von ihm in Batna abgesagt wurde , weil weitere heftige Krawalle befürchtet wurden, kam es bei Protesten von mehreren hundert Menschen in Tizi-Ouzou gegen ihn zu mehr als 20 Festnahmen.

#Free Alaa

Seit dem November letzten Jahres sitzt Alaa Abdel-Fattah nun im Knast. Man könnte fast zynisch sagen: Mal wieder. Seit dem Sturz Mubaraks wurde er wiederholt inhaftiert, seine Festnahme im November 2013 erfolgte, als er mit vielen anderen gegen die Versammlungsrechtgesetze der neuen Militärdiktatur protestierte. Damit setzte sich seine „staatsfeindliche Karriere“ fort, die 2006 mit seiner ersten Verhaftung unter Mubarak angefangen hatte.

Am Sonntag haben dutzende Familienangehörige, Freunde und Gefährten vor dem Obersten Gericht für die Freilassung von Alaa und seinem Gefährten Ahmed Abdel-Rahman, der zeitgleich mit ihm inhaftiert wurde, protestiert.

Bisher ist weder eine Anklage, geschweige denn ein Prozesstermin in Sicht. „Wir sollen hier schmoren, bis sie (die Militärs) mit ihrer roadmap fertig geworden sind“ (Alaa in einem Brief aus dem Knast).

Das Schicksal der beiden prominenten Gefangenen teilen tausende weitere Inhaftierte.
Allein von den über 1000 am 25. Januar Festgenommenen (unter ihnen viele Anhänger der Moslembrüder) wartet über die Hälfte noch auf eine Anklageerhebung oder ähnliches.

Viele, die nicht so prominent sind, werden in den Bullenwachen und Knästen misshandelt und gefoltert. Alaa hatte „das Glück“, das er und seine Frau bei der Razzia von den Bullen „nur“ zusammengeschlagen wurden.

Zum Tod von Ali Mustafa in Aleppo

Heute, am frühen Morgen, erreichten uns in Montreal die Meldungen aus verschiedenen Teilen der Welt, dass Ali Mustafa in Syrien einen gewaltsamen Tod gestorben ist. Ali Mustafa war ein Internationalist im eigentlichen Sinne , ein Revolutionär und unabhängiger Medienmacher.

Er starb in Aleppo während eines Angriffs der syrischen Luftwaffe, als erneut Wohnviertel mit den mörderischen Fassbomben bombardiert wurden. Ali stand an der Seite der syrischen Einwohner der Stadt, ein „Bewegungsfotograf“, der die komplexen Frontlien und das Überleben in einem Krieg, der mitten in einer bewohnten Stadt stattfindet, dokumentierte.

Diese simplen Zeilen müssen dabei scheitern, den Schmerz zu beschreiben, den die Familie und die Freunde von Ali erleiden müssen. Meine Grüsse voller Liebe gehen an all Jene, die sich heute an Ali’s mutiges Leben erinnern und seiner gedenken.

Ali’s Tod ist ein weiterer Aufschrei an die Welt, sich der schrecklichen menschlichen Tragödie zu erinnern, die sich in Syrien abspielt, wo die Menschen nicht aufhören, weiter von Freiheit zu träumen und ihren Kampf trotz des brutalen militärischen Vorgehens des Regimes fortsetzen. Ali`s tragischer Tod erzählt von dem Aufruf des Lebens selbst, sich der Ungerechtigkeit zu widersetzen, dem nicht zu unterdrückenden Willen des Menschen, das Unmögliche zu forden und zu suchen.

Als sich vor drei Jahren weltweit die Nachrichten über die anschwellenden Proteste in Syrien und über eine rasant wachsende Graswurzelbewegung verbreiteten, formten sich internationale Solidaritätskollektive, in denen Aktivisten den Austausch zwischen den syrischen Aktivisten und internationalen linken Netzwerken organisierten.

Als sich die Repression gegen Opposionelle 2013 in Syrien weiter verschärfte und das massenhafte Abschlachten aller, die die Opposition unterstützten, einen weiteren Höhepunkt erreichte, weigerte sich Ali, einfach zuzuschauen und reiste nach Syrien.

„Nachdem ich in den letzten zwei Jahren den Krieg und die Entwicklung in Syrien sehr intensiv verfolgt hatte, fand ich es wichtig, dorhin zu gehen, um Vorort präsent zu sein und von dort zu berichten. Ich konnte diese andauernde menschliche Trägödie nicht ignorieren… Ich halte es für wichtig, dass Journalisten aus einer kritischen Perspektive anwesend sind und nuancierter, umfassender und einordnend berichten.“ (Aus einem Interview mit Ali Mustafa)

Jenseits der zynischen Erklärungen der politischen Klassse und den desinformierenden Berichten der Massenmedien, die weit von der wirklichen Realität in Syrien entfernt sind, wollte Ali von den Frontlinen als unabhängiger Medienmacher berichten, die wirklichen Geschichten aus diesem Konflikt erzählen, eine unabhängige Stimme jenseits der Sprechblasen der Massenmedien sein.

„Jenseits der fortschreitenden, brutalen militärischen Auseinandersetzung gibt es weiterhin eine dynamische und lebendige nicht- militärische Bewegung im Land. Proteste und andere Formen von direkten Aktionen finden nach wie vor jeden Freitag in den „befreiten Gebieten“, wie auch hier in Aleppo, in dem ich mich zur Zeit aufhalte, statt. Von fünfhundert bis mehrere tausend Menschen versammeln sich zu diesen Protesten, sie riskieren dabei jedesmal auf neue ihr Leben, wenn sie sich auf den Strassen versammeln. Über diese Seite der syrischen Revolution erfahren wir aber kaum etwas.“ (Aus einem Interview mit Ali Mustafa)

Ich kann mich an das erste Mal erinnern, als ich Ali traf. Es war im Alternativen Mediencenter in Toronto während des G 20 Gipfels. Ich kann mich deutlich an sein aufgeschlossenes Wesen erinnern, an seine durchdachten Worte und an seine sanften Augen, die von seinem Herzen berichteten, das an einer Vorstellung von Gerechtigkeit und einem sozialen Umbruch hing.

Ali`s Medienarbeit brachte ihn dazu, längere Reisen nach Ägypten und Syrien zu machen. Alle seine Arbeiten, in Wort und Bild, waren immer aus einer solidarischen Perspektive, er schrieb jene Geschichten, die an den Rand gedrängt, in den Massenmedien nicht stattfanden.

„Entgegen all diesen Behauptungen, kämpfen viele Menschen in Syrien immer noch für die ursprünglichen Forderungen der Revolution: Freiheit, Würde und soziale Gerechtigkeit. Auf vielen dieser Proteste halten sie Plakate und Transparente, die in englisch sind… warum tun sie dies… sie tun dies nicht als eine Art von Show. Es ist ein direkter Appell an die Aussenwelt, an irgendeine Form von Solidarität. Unglücklicherweise haben die Menschen im Westen diesen Ruf überhört. Die syrischen Revolutionäre an der Basis, die Jugendlichen, die diesen Aufstand gestartet haben, wurden fast vollständig alleine gelassen zu einer Zeit, als sie Solidarität am meisten gebraucht hätten. “

Dieser Text ist eine gekürzte Anlehnung an einen Nachruf von Stefan Christoff, der am 9. März 2014 veröffentlicht wurde.

Wir haben mit Ali Mustafa einen weiteren Gefährten und Kollegen verloren. In Liebe und Solidarität.

recherchegruppe aufstand

Tote(r) bei riot in einem Internierungslager in Saudi Arabien

In der Stadt Jeddah am Roten Meer ist es zu einem Aufstand in einem Internierungslager gekommen. Mehrere tausend jemenitische Staatsbürger werden dort festgehalten und sollen demnächst abgeschoben werden. Nachdem es zu Zusammenstössen mit den Wachbullen gekommen war, eröffneten diese das Feuer aus scharfen Waffen. Während ein offizieller Sprecher von einem toten Insassen des Internierunsglager sprach, berichten jemenitische Quellen von bis zu 10 Toten.

englischsprachiger Bericht auf Gulf News

Hintergrundberichte: Telepolis, wildcat, IFAMO

Riots nach der Beisetzung von Jaafar Mohammed Jaafarn in Bahrain

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr ist ein festgenommener Aktivist in Bahrain in Untersuchungshaft gestorben. Jaafar Mohammed Jaafar, der nur 23 Jahre alt wurde, und seit Dezember letzten Jahres wegen angeblichen Waffenschmuggels inhaftiert war, starb nach offiziellen Angaben infolge seiner Erkrankung. Er litt an einer Sichelzellenanämie.

Unklar ist, ob er deswegen überhaupt angemessen behandelt wurde, auch berichtete ein anderer Aktivist, Jaafar Mohammed Jaafar sei während der Inhaftierungszeit gefoltert worden.
Seine Familie berichtet ebenfalls von Folterungen, Jaafar Mohammed Jaafar sei geschlagen und mit Elektroschocks misshandelt worden.

Verschiedene internationale Menschenrechtsorganisationen berichten ebenso wie das bekannte Zentrum für Menschenrechte in Bahrain immer wieder von systematischen Folterungen und sexuellen Misshandlungen in den Knästen und Zentren von Bullen und Geheimdiensten.

Tausende nahmen an der Beisetzung von Jaafar Mohammed Jaafar in der Ortschaft Daih teil, anschliessend kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Bullen, die von hunderten wütenden Jugendlichen mit Steinen und Molotows eingedeckt wurden. Die Bullen setzten ihrerseits massiv Reizgas, Blend-und Schockwurfkörper und Gummigeschosse ein. Einem Bericht der Deutschen Welle zufolge ist unter den Lieferanten für das in Bahrain massenhaft eingesetzte Reizgas auch das deutsch-südafrikanische Unternehmen Rheinmetall Denel Munition Pty (RMD).

Gegen die massenhaften Importe von Reizgasgranaten, die von den Bullen häufig auf Kopfhöhe der Demonstranten abgefeuert werden (was schon mehrere Menschenleben gefordert hat) gibt es mittlerweile die Kampagne stoptheshipment.

Videos:

Zusammenstösse nach der Beisetzung:

Angriff mit Molotows als Vergeltungsaktion:

Kundgebung in Berlin gegen tödliche push-back Operation der griechischen Küstenwache

Kundgebung in Berlin gegen tödliche push-back Operation der griechischen Küstenwache

Ein mit 28 Flüchtlingen besetztes Boot ist in der Nacht zum Montag in griechischen Gewässern von einem Schiff der griechischen Küstenwache nach einem Motorschaden geortet und anschliessend in Schlepp genommen worden.
Die Flüchtlinge wurden trotz hohem Seegang nicht an Bord des Küstenwachschiffes genommen, sondern mussten an Bord des Bootes verbleiben, das mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Türkei geschleppt wurde. Während des Abschleppvorgangs wurde das Boot im Bereich der Vertauung beschädigt und Wasser drang ins Boot ein. Trotzdem wurden die Menschen weiterhin nicht evakuiert, im Gegenteil wurden Flüchtlinge anfänglich daran gehindert, sich aus dem sinkenden Boot auf das Schiff der Küstenwache zu retten. Am Ende ertranken neun Kinder und drei Frauen.

Bericht der überlebenen Flüchtlinge (eng)

Die griechischen Grenzschutzbehörden gegen im Auftrag der mörderischen FRONTEX Mission seit Jahren brutal gegen die Migrationsbewegungen an den EU Aussengrenzen vor. Flüchtlinge berichten von massiven körperlichen Misshandlungen und Verletzungen jeglicher internationalen Vereinbarungen zum Schutz von Flüchtlingen. Auch die push-back Operationen, bei denen die Flüchtlinge in ihren Booten einfach wieder in türkische Gewaässer zurückgeschleppt und ihre Boote dann noch auf See zerstört werden, sind schon vielfach von diversen Flüchtlingshilfe-und Menschenrechtsorganisationen dokumentiert worden.
In Griechenland gab es schon kurz nach der tödlichen Aktion erste grössere Proteste, so zog auch eine Demo zum Bullenrevier, in dem die Überlebenen festgehalten wurden.
In Berlin lebende GenossInnen aus Griechenland rufen nun für den kommenden Samstag zur einer Kundgebung vor der griechischen Botschaft auf.

Solidaritätskundgebung: Samstag, 01.02., 12.00 Uhr vor der griechischen Botschaft
Jägerstrasse 54, Berlin Mitte (u2/U6 Stadtmitte)

Aufruf in englisch:

Action regarding FARMAKONISI – No more dead refugees in the Aegean sea.

On Tuesday, 21st of January, in the territory of Farmakonisi Greece, a small island in the Aegean, 12 refugees from Afghanistan and Syria (with nine children amongst them) were drowned. According to the testimonies of the survivors (which were rescued due to the interference of Turkish boats) this is a crime that was committed from men of the Greek coastal guard, under the command of the Greek government and the support of the European Union. The survivors describe horrible and inexplicable pictures. Greece has been turned into a huge concentration camp and Europe refuses to open its gates to the victims of war and poverty, for whom is also responsible. THE ON-GOING MURDERS OF THE REFUGEES MUST STOP. The Dublin II Regulation, which imprisons thousands of people in the countries of the European South, must be reconsidered. The Greek authorities and the European Union MUST assume responsibility. We invite everyone to participate to the Solidarity demo we organize, on Saturday 1 February at 12.00 at the Greek Embassy. Since the incident has received very little publicity, OUR VOICE matters.

Refugee Solidarity Group

Weitere Infos:

Stellungnahme der „Anarchosyndicalist Initiative Rocinante“ aus Griechenland

twitter: #Farmakonisi

RIP Siyad Waza (Jahrestag 25 Januar in Kairo)

Eine erste Kund­ge­bung der lin­ken/ak­ti­vis­ti­schen Grup­pen am Mosta­fa Mahmoud Platz setz­te sich gegen Mit­tag in Be­we­gung, wurde aber schon nach kur­zer Zeit mas­siv von meh­re­ren Sei­ten von den Bul­len mit Trä­nen­gas und Schüs­sen aus Schrot­ge­weh­ren an­ge­grif­fen. Wäh­rend sich Teile der Demo wie­der re­or­ga­ni­sie­ren konn­ten, rück­ten ge­pan­zer­te Fahr­zeu­ge auf den Mosta­fa Mahmoud Platz vor. In der Batal Ahmed dann der nächs­te mas­si­ve An­griff mit Trä­nen­gas, die meis­ten schla­gen sich zur Kund­ge­bung vor dem Sitz der Jour­na­lis­ten-​Ge­werk­schaft durch, die gegen 14:00 Uhr be­ginnt.

Dort Sprech­chö­re gegen das Mi­li­tär­re­gime und „Brot Frei­heit, Ge­rech­tig­keit“.
Als sich die Menge in Be­we­gung Rich­tung down­town setzt, kommt es in der Talaat Harb zu ers­ten Zu­sam­men­stös­sen mit Un­ter­stüt­zern des Mi­li­tär­re­gimes. Schnell sind auch die Bul­len da, gehen er­neut mit Trä­ne­gas und schar­fer Mu­ni­ti­on gegen die De­mons­tran­ten vor. Ei­ni­ge we­ni­ge Bar­ri­ka­den wer­den ge­baut, die Aus­ein­an­des­ret­zun­ge hal­ten bis gegen 16:00 Uhr an.
Siyad Waza, Mit­glied der Be­we­gung des 6. April, wird bei der Demo durch einen Kopf­schuss ge­tö­tet.

Wäh­rend auf dem Tahr­ir Platz Zehn­tau­sen­de das Mi­li­tär fei­ern, wer­den alle De­mons­tra­tio­nen von An­hän­gern der Mos­lem­brü­der bru­tal zer­schla­gen. Die Bul­len set­zen dabei über­all schar­fe Waf­fen ein, teil­wei­se wird auf Leute ge­schos­sen, die ein­fach nur Pa­ro­len ge­ru­fen haben. Es gibt noch un­be­stä­tig­te Be­rich­ten über einen Hub­schrau­ber, aus dem her­aus ein Scharf­schüt­ze Men­schen unter Feuer ge­nom­men hat.

Am Ende des Tages gibt es lan­des­weit über 50 Tote. Über tau­send Men­schen wur­den ges­tern fest­ge­nom­men, unter ihnen auch dut­zen­de von Ak­ti­vis­ten.

Video von al ahram (eng. UT)

Kairo am Vorabend des 25.Januar 2014

Am Mittwoch haben sich mehrere hundert Menschen an einer Demo in Kairo beteiligt, auf der die Freilassung von inhaftierten Aktivisten gefordert wurde. Seitdem im November eine neue Gesetzgebung zum Versammlungsrecht erlassen worden war, kam es zur Inhaftierung zahlreicher Aktivisten.

An der Demo beteiligten sich unterschiedliche Gruppierungen, darunter waren Leute aus dem linken Spektrum, Ultras und Mitglieder der Bewegung des 6. April. Die Bullen griffen die Demo mit Tränengas an, etliche Leute wurden verletzt und festgenommen.

Unterdessen haben die Bullen am Vorabend des 25. Januar den Tahrir Platz komplett abgesperrt. Heute kommt es in verschiedenen Städten zu heftigen Kämpfen zwischen Anhängern der Moslembrüder und den Bullen, bis zum frühen Abend wurden dabei drei Menschen erschossen.

Nach den drei Bombenanschlägen heute in Kairo, die sich gegen die Bullen richteten, ist am Nachmittag noch eine weitere Bombe in der Nähe eines Kinos explodiert. Die ultranationalistische Hetze geht derweil auf fast allen Medien weiter. Schon bei der Abstimmung über die neue Verfassung kam es zu körperlichen Angriffen auf Aktivisten, die mit Gewalt darn gehindert wurden, die Abstimmungslokale zu betreten. Heute nun werden erneut „Ausländer“ für das gesamte Elend verantwortlich gemacht, ein Mob griff westliche Journalisten an, „Al-Watan“ machte gar „die Zionisten“ für die heutigen Anschläge in Kairo verantwortlich.

Der Innnenminister verkündet unterdessen die Einheit von Polizei, Armee und „den Revolutionären“ und ruft die Massen dazu auf, sich anlässlich des 25. Januar auf dem Tahrir Platz zu versammeln. Vorsichtshalber werden dann aber doch landesweit über eine viertel Million Bullen etc. aufgeboten, um die „Sicherheit“ zu garantieren.

Uns sind bisher zwei Sammelpunkte für Demos aus dem linken/aktivistischen Lager bekannt. Unkar ist noch, wohin die Demos gehen werden. Sollten die Moslembrüder in Richtung Tahrir mobilisieren, müssten die Demos eine andere Richtung nehmen. Auch dürften viele keine Lust haben, auf dem Tahrir Platz Staffage für die inszenierte Jubelfeier zu sein.